
- Juni 2005: Kampagnen-Auftakt-Event in Berlin vor dem Reichstag. © Paul Langrock
Keine Großstadtlegende: In Deutschland waren die Affen los!
WWF-Eventtour zum Schutz der Borneo-Regenwälder und der Orang-Utans
Ein Orang-Utan-Nest auf dem Marktplatz? Wo gibt es denn so was? Und in Deutschland schon gleich gar nicht! Von wegen: Diesen Sommer waren in Deutschland tatsächlich die Affen los!
Orang-Utans, die ihr zu Hause in den Baumwipfeln Borneos verloren hatten, sind von Juni bis September als "Regenwaldflüchtlinge" durch Deutschland gereist. Sie wollten uns auf die bedrohliche Situation, in der sich ihre Artgenossen auf der indonesischen Insel Borneo befinden, aufmerksam machen. Daher bauten sie sich wie ihre Verwandten im Regenwald jeden Tag ein Schlafnest. Nur nisteten die Orang-Utans hier statt in Baumwipfeln auf Rathausbalkonen, Türmen und sogar Schiffen.
Die "Regenwaldflüchtlinge" waren natürlich kostümierte WWF-Mitarbeiter. Vier Monate ist das WWF-Team ausgerüstet mit einer Wanderausstellung, einer Mitmachaktion für Kinder und vielen Unterschriftenlisten durch Deutschland gefahren, um auf die dramatische Situation auf Borneo aufmerksam zu machen.
In insgesamt 56 Städten zeigte der WWF, dass in der globalisierten Welt auch wir mit unserem (Konsum-)Verhalten hier mitentscheiden über die Zukunft der weit entfernten Regenwälder und ihrer Bewohner.
Fast überall wurden die Orang-Utans von den gewählten Stadtoberhäuptern oder ihren Vertreten empfangen. Als Dank für die freundliche Aufnahme und moralische Unterstützung haben die Menschenaffen den Städten, die ihnen Unterschlupf gewährten, eine symbolische Orang-Utan-Tagespatenschaft verliehen. Dank der vielen Presseartikel, Radio- und Fernsehbeiträge wurden die Primaten in vielen Städten bereits mit Gastgeschenken erwartet.
Die WWF-Informationstour startete am 17. Juni auf dem Balkon der Alten Oper in Frankfurt und endete am 4. Oktober 2005 in Wiesbaden. Am Ende im Gepäck: Die Unterstützung zahlreicher Stadtvertreter, Tausende von Unterschriften und ausgemalte Orang-Utan-Schablonen, die sich an die Bundesregierung richten.

