Übergabe des Neptunstabes an die damalige Fischereiministerin Renate Künast. © WWF

Wende für die Nordseewale

Umweltminister der Nordseeländer beschlossen Rettungsplan

Die Umweltminister der Nordseeanrainerstaaten haben auf der 5. Internationalen Nordseeschutzkonferenz (INK) am 21. März in Norwegen beschlossen, dass die Beifänge von Schweinswalen in der Nordsee auf ein Viertel gesenkt werden müssen. Außerdem einigten sich die Minister aus Deutschland, Schweden, Großbritannien, Frankreich, Belgien, der Schweiz und Niederlande darauf, einen Rettungsplan für die Meeressäuger zu erarbeiten.

Damit hat die im August 2001 gestartete WWF-Kampagne "Rettet die Nordseewale" ihren erfolgreichen Abschluss gefunden. Über 170.000 Menschen hatten sich mit Unterschriften und Kinder-Petitionen den Forderungen des WWF zum Schutz der kleinen Wale angeschlossen. Am 7. März übergab WWF-Geschäftsführer Peter Prokosch gemeinsam mit fünf Kindern, die an der Aktion teilgenommen hatten, die große Forderung aller Nordseewalschützer an den deutschen Bundesumweltminister: "Retten Sie die Nordseewale, Herr Trittin!".

Der WWF forderte Jürgen Trittin auf, sich auf der INK für konkrete Maßnahmen zum Schutz der Nordseewale einzusetzen. In einer eigenen Erklärung unterstützte der Minister die Ziele des WWF und versprach, sich persönlich für einen Schweinswal-Rettungsplan stark zu machen. Zwar ließ sich der Minister kurz vor Beginn der Konferenz in Norwegen entschuldigen, die anderen dort tagenden Minister sowie der für Trittin eingesprungene Chef der deutschen Delegation entsprachen jedoch den Forderungen des WWF.

Christian von Dorrien, Fischereiexperte des WWF, wertete die Schlusserklärung der Minister als großen Durchbruch: "Durch die Entscheidung der Umweltminister können jährlich einige tausend Schweinswale gerettet werden, die sonst qualvoll in Stellnetzen ertrunken wären." Außerdem gehe ein deutliches Signal an die EU-Fischereiminister, die aufgefordert wurden, die viel zu großen Fischereiflotten abzubauen, die Fischerei generell zu reduzieren sowie Schutzgebiete einzurichten, in denen die Fischerei verboten ist.

Ziel aller Maßnahmen ist es, dass sich zum einen die Fischbestände erholen können und dass zum anderen die viel zu hohen Beifänge von bislang zurück ins Meer geworfenen Jungfischen, Seevögeln und Nordseewalen erheblich reduziert werden. Ein Wermutstropfen blieb jedoch: "Leider haben die Minister versäumt, Zeitvorgaben für die Umsetzung der Maßnahmen festzusetzen", bedauerte von Dorrien.