
- Regenwald von Tesso Nilo. © Volker Kess
S.O.S. aus Sumatra (Stand 2007)
Rettet die Wälder der Tesso Nilo-Region!
Tesso Nilo, eine Regenwaldlandschaft auf der indonesischen Insel Sumatra, braucht unsere Hilfe. Es ist ein Gebiet der positiven und negativen Superlative:
- Hier liegt der mit 188.000 Hektar größte verbliebene Tiefland-Regenwald Sumatras. Hier wiesen Forscher die höchste Pflanzenvielfalt der Welt nach.
- In der Provinz Riau, in der Tesso Nilo liegt, lebt die größte noch verbliebene Population der bedrohten Sumatra-Elefanten.
- In dieser Region gibt es Tiger-Schutzgebiete, die durch "Wald-Korridore" verbunden bleiben müssen, damit die Tiger zwischen den geschützten Areale wandern können.
- Die zwei größten Zellstoffwerke der Welt haben hier bereits riesige Waldflächen kahl rasiert.
Der WWF hat die 155.000 Hektar große Kernfläche von Tesso Nilo zum Nationalpark vorgeschlagen.
Kahlschlag für Papier und Plantagen
In Tesso Nilo spielt sich die gesamte weltweite Regenwaldzerstörung wie unter einem Brennglas ab: Vor zwei Jahrzehnten dehnte sich dieser Wald noch auf 500.000 Hektar aus – eine doppelt so große Fläche wie das Saarland. Der Grund für den Niedergang: Schnell wachsende Plantagen für Papierholz und riesige Ölpalmplantagen verdrängen in rasender Geschwindigkeit den ursprünglichen Wald. Und die verbliebenen Waldstücke werden durch illegalen Einschlag immer mehr geschädigt.
Viele bedrohte Tiere verlieren ihre angestammten Lebensräume. Besonders dramatisch ist die Situation für die hier lebenden Sumatra-Elefanten und Sumatra-Tiger: Sie brauchen ausgedehnte und ungestörte Waldgebiete. Verlassen sie die immer kleiner werdenden Wälder, drohen Tod oder Gefangenschaft.
Tesso Nilo retten!
Trotz der dramatischen Situation ist es für eine Rettung noch nicht zu spät. Es gibt viel versprechende Verhandlungen mit Regierung und Unternehmen, die Zerstörung zu stoppen und einen Tesso Nilo-Nationalpark einzurichten. Die Papierfirmen haben unter dem bereits aufgebauten Druck ein Einschlagmoratorium im Kerngebiet verkündet. Diesen Druck aufrecht zu erhalten, als nächstes die Plantagenfirmen in die Verantwortung zu nehmen und den Kampf gegen das illegale Bäumefällen auszuweiten – dabei wollen wir die indonesischen Kollegen von Deutschland aus unterstützen.
Bilanz 2007
Der WWF konnte inzwischen erreichen, dass ein Teil des Tesso Nilo-Regenwaldes zum Nationalpark erklärt wurde. Die übrige Fläche dieses Waldes konnte im Wesentlichen verteidigt werden, und der WWF arbeitet mit Nachdruck daran, dass der neue Nationalpark auch auf diese Fläche ausgeweitet wird.
Der WWF hat erreicht, dass eine der großen Papierfabriken sich bereit erklärt hat, Wälder mit besonderem Schutzwert nicht kahlzuschlagen und auch nicht in Plantagen umzuwandeln.
Mittlerweile liegt auch eine gute Karte über die Verbreitungsgebiete der Tiger in der Provinz Riau vor, diese ist „Gold“ wert, in den Verhandlungen mit Regierung und Unternehmen.
Um Konflikten zwischen Mensch und Tier vorzubeugen, Wilderern das Handwerk zu legen, Tigerspuren zu sammeln, werden vom WWF Männer als Tiger-Patroullien (TPU) eingesetzt. In einem Schulungsprogramm trainieren die Männer Patroullienplanung, Feldnavigation, Erkennung von Tigerzeichen - aber auch Spuren anderer Tiere - die Sammlung von Tiger-Nachweisen und die Dokumentation ihrer Tätigkeit. Die Patroullien bestehen aus Bewohnern der lokalen Gemeinden und Mitarbeitern des Forstministeriums. Sie sind dafür zuständig, die verschieden Waldgebiete zu durchstreifen und nach Spuren von Wilderern und Tigern zu suchen. Immer wieder stoßen sie auch auf Fallen, meist Stahlschlingen, die sie abmontieren oder unbrauchbar machen. Diese Männer arbeiten oft „undercover“, um Informationen über Tiger zu erhalten. Ziel ist es die TPUs weiter auszubilden und auch als Patrouillen gegen den illegalen Holzeinschlag einzusetzen.

