Wie die Vernichtung von Regenwäldern finanziert wird

Deutsche Banken finanzieren den Ausverkauf des Regenwaldes © WWF-Canon/Alain Compost

Die starke Expansion der indonesischen Papier- und Zellstoffindustrie sowie der Ölpalmenplantagen zu Lasten der indonesischen Regenwälder war nur möglich, weil ausländische Banken viel Geld dafür zur Verfügung stellten. Sie halfen den Unternehmen bei der Ausgabe von Aktien und Anleihen, kauften selbst Aktien und Anleihen und gewährten Kredite und Kreditbürgschaften. Ökologische Aspekte spielten dabei - wenn überhaupt - nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Insbesondere hinsichtlich der Finanzierung der zwei Papier- und Zellstoffgiganten in der Nähe von Tesso Nilo spielte eine Reihe von deutschen Kreditinstituten eine bedeutende Rolle-darunter auch die Deutsche Bank und die Hermes Kreditversicherung. Die asiatische Finanzkrise Ende der neunziger Jahre riss auch diese Papier- und Zellstoff-Unternehmen in eine Schuldenkrise, von denen sie sich bis heute nicht erholt haben. Umfangreiche Umschuldungsverhandlungen waren die Folge.

Die Verhandlungen der Kreditgeber beeinflussen direkt das Überleben des Naturwaldbestands in Riau. Einige Gläubiger wären in der Lage, jedes von ihnen unterzeichnete Abkommen an strenge Umweltschutzbedingungen zu knüpfen.

Banken müssen aus dem Indonesien-Desaster lernen

Nach Informationen des WWF liegen Pläne für weitere Zellstoffwerke, zum Beispiel auf dem indonesischen Teil der Insel Borneo, in den Schubladen. Banken haben hier eine besondere Verantwortung, da sie Kapital und andere Finanzdienstleistungen zur Verfügung stellen-denn eine Ausweitung der indonesischen Papierindustrie ist zumeist nur über ausländische Investitionen möglich.

ABN AMRO, Holland - ein Beispiel für deutsche Banken

Am 5. Oktober 2001 hat die bedeutende ABN AMRO Bank aus den Niederlanden Standards für Investitionen veröffentlicht. Diese berücksichtigen klare ökologische und soziale Kriterien sowie verbesserte Prüfverfahren. Inzwischen sind diesem Beispiel im europäischen Ausland schon weitere Banken gefolgt.

Der WWF will sich dafür einsetzen, dass nun auch deutsche Banken in Zukunft für den Regenwald schädliche Investitionen ausschließen - öffentlich. Und mit Brief und Siegel!