WWF Deutschland
Mit etwa 0,75 Metern Schulterhöhe und einer Gesamtlänge von 2,5 Metern ist der herrlich gefärbte Sumatratiger (Panthera tigris sumatrae) die kleinste aller drei indonesischen Tiger-Unterarten. Seine Grundfärbung ist ein sattes orangegelb. Die beiden anderen Unterarten Indonesiens, Java- und Balitiger, sind bereits im letzten Jahrhundert ausgestorben.
Früher war der Sumatra-Tiger über die ganze Insel verbreitet zu finden. Heute gibt es nur noch einige verstreute Restpopulationen. Bestandsschätzungen für den Sumatratiger ergeben gegenwärtig noch 400 bis 500 Tiere.
Die Hauptursache für den massiven Bestandsrückgang ist der Verlust des Lebensraums. Große, ehemals von Tigern besiedelte Waldgebiete fielen der menschlichen Nutzung zum Opfer. Kleinen Tiger-Populationen, die oft von anderen isoliert sind, droht die genetische Verarmung und eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten.
Der Mensch greift aber nicht nur indirekt in die Ökologie des Tigers ein – durch die Vernichtung seines Lebensraums und somit auch den Rückgang von Beutetieren. Sondern auch direkt: als Wilderer. Seit 1975 ist gemäß dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) jeder Handel mit Tigerprodukten verboten. Doch wegen der großen Nachfrage nach Tigerprodukten in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist das Wildern von Tigern entgegen allen nationalen Gesetzen und internationalen Übereinkommen ein lukratives Geschäft. Nahezu allen Körperteilen des Tigers werden Heilkräfte zugeschrieben: Vor allem Knochen, aber auch Zähne, selbst Hoden, Augäpfel und Barthaare gelten in verschiedensten Anwendungsarten als lindernd gegen Kopfschmerzen und Erbrechen oder Epilepsie und Rheumatismus.
Zusammen mit der Weltnaturschutzunion IUCN unterstützt der WWF das Artenschutzprogramm TRAFFIC, das erheblich zum Rückgang des Handels mit Tiger-Arzneien zu Beginn der 90er Jahre beigetragen hat. 1997 konnte schließlich erreicht werden, dass der Handel mit Produkten, die laut Etikettierung Tigerbestandteile enthalten, als CITES-Verstoß zu bewerten und entsprechend zu bestrafen ist. Heutige Problemmärkte sind Kambodscha, Laos, Vietnam und auch Indonesien.
Neben Projekten zum Schutz des Lebensraumes, zur Bestandserfassung und den Anti-Wilderer-Aktivitäten versucht der WWF durch gezielte Umweltbildungsmaßnahmen auch an den Wurzeln der Wilderei anzugreifen. Aufklärungsarbeit für die einheimische Bevölkerung, von Kindern bis zu ortsansässigen Bauern, sollen den Menschen den Tiger als einen faszinierenden und damit schützenswerten Teil ihrer Heimat näher bringen.
Titel: Lebensraum
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