WWF Deutschland
Noch vor 20 Jahren bedeckten 500.000 Hektar Tieflandregenwald die weiten Ebenen Zentral-Sumatras. Heute fällen kreischende Motorsägen Baum um Baum. Unzählige LKW transportieren das Holz der Bäume zu gigantischen Papier- und Zellstoff-Fabriken. Der artenreichste Tieflandregenwald der Erde muss Platz machen für riesige Plantagen für Zellstoff und Ölpalmen, um die immense Gier nach Rohstoffen zu stillen.
Von diesem einzigartigen Wald sind nur einzelne Regenwald-Inseln von den Kettensägen verschont geblieben. Viel zu wenig für die letzten Tiger Sumatras. Umso wichtiger sind die grünen Korridore, die die Regenwaldflächen miteinander verbinden. Sie sind Teil der Tiger-Pfade und bieten den Großkatzen Schutz auf ihren Streifzügen.
Noch leben etwa 400 Sumatra-Tiger auf der indonesischen Insel. Doch Tiger brauchen zum Jagen und für den Fortbestand einer genetisch gesunden Population ein großes zusammenhängendes Revier. Dieses Revier haben die Sägen längst zerstört. Auf ihren Streifzügen durchqueren die Tiger deshalb häufig Plantagen, die den Regenwald durchschneiden. Dort werden sie von Arbeitern gejagt, die Angst um ihr Leben und das ihrer Haustiere haben. Weitere Gefahr droht den Großkatzen von skrupellosen Wilderern. Sie lauern ihnen entlang der Tiger-Pfade auf und stellen ihnen heimtückische Fallen – denn ein toter Tiger ist eine begehrte Trophäe!
Die letzten 400 Insel-Tiger werden aussterben, wenn wir heute tatenlos zusehen. Deshalb erhöht der WWF den Druck auf die Papier- und Palmölmultis, die Rodungen zu stoppen. Darüber hinaus bilden wir Wildhüter aus und installieren Tigerkameras, um die Wanderungen der Tiger zu dokumentieren. So können wir die seltene Großkatze besser schützen.
Titel: Sumatratiger
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