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Der Regenwald als Lieferant für Wirtschaftsgüter
Wälder sind sehr ergiebige Rohstofflieferanten, sie produzieren und liefern neben Holz auch Fasern, Früchte, Farbstoffe, Medizinalpflanzen und vieles mehr. Doch leider werden all diese Produkte nur zu einem kleinen Teil naturnah gewonnen.
Manche Naturvölker in den Tropen zeigen uns, wie man Regenwälder nutzen kann, ohne dem Lebensraum zu schaden. Im Prinzip wird immer nur so viel entnommen, wie unter natürlichen Umständen wieder nachwachsen kann. Nachhaltiges Wirtschaften nennen wir so etwas heute.
Der Großteil der Wälder weltweit wird heute allerdings nicht nachhaltig genutzt. Viele Wälder werden zerstört für andere Landnutzungsformen, um Plantagen für die Papiergewinnung anzupflanzen oder riesige Flächen für den Soja- und Palmölanbau anzulegen. Oder er wird schlicht und einfach kahl geschlagen und illegal genutzt, um den großen Bedarf an Holz zu decken. Die drei Hauptursachen der Entwaldung sind die Expansion der Landwirtschaft und Infrastruktur sowie die legale (aber nicht nachhaltige) und illegale Holznutzung.
Wenn wir weiterhin so viel Raubbau am Wald betreiben, wird er für uns nicht nur als Trinkwasserlieferant und Kohlenstoffspeicher, sondern auch als wichtiger Wirtschaftsfaktor verloren gehen.
Dabei kann jeder Wald nachhaltig bewirtschaftet werden, ohne dabei auf gewinnbringende Produkte verzichten zu müssen.
Um die letzten unberührten Naturwälder der Welt zu erhalten, setzt der WWF neben dem Aufbau effektiver Netze von Schutzgebieten, die unter Einbindung der Bevölkerung entwickelt werden, auf eine nachhaltige Bewirtschaftung der bereits genutzten Wälder. So gewährleistet das vom WWF unterstützte FSC-Zertifikat des Forest Stewardship Council, dass Holz und andere Waldprodukte aus einer verantwortungsvollen, umwelt- und sozialverträglichen Waldbewirtschaftung stammen. Die Zertifizierung von Wäldern gemäß den FSC-Kriterien gewährleistet eine nachhaltige Nutzung des Rohstoffes Holz unter Beibehaltung der vielfältigen Aufgaben der Wälder.
Beispiel Rattan
Rattan ist ein Produkt aus dem Stamm von Rotangpalmen (Calamus spec.). Diese sind kletternde Palmen. Sie wachsen als stark mit Dornen bewehrte Spreizklimmer an den hohen Bäumen in den Regenwäldern Südostasiens.
Nicht nur für den Eigenbedarf ist Rattan von großer Bedeutung für die ländliche Bevölkerung. Es ist zum Beispiel das nach Hölzern wichtigste indonesische Handelsprodukt, das aus dem Wald stammt.




