© WWF Indonesien
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Illegalen Holzhändlern das Handwerk legen

FLEGT: Das EU-Aktionsprogramm gegen illegalen Holzeinschlag und Handel

Illegaler Holzeinschlag und Handel mit Holz aus illegalen Quellen ist – neben dem legalen Raubbau - eine der Hauptursachen für die Zerstörung von Wäldern weltweit. Illegaler Holzeinschlag zerstört riesige Waldgebiete unwiederbringlich.

Schätzungen zufolge stammen bis zu 20 Prozent aller Holzimporte in die Europäische Union (EU) aus illegalem Holzeinschlag. So gelten beispielsweise in Indonesien über 70 Prozent der Hölzer als illegal, in Brasilien sind es über 60 Prozent. Dasselbe gilt für ein Viertel der Holzimporte aus Nordwest-Russland.

Die EU – und damit auch Deutschland – spielen als wichtige Konsumentenländer eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung des illegalen Holzeinschlags. Solange Europa illegale Holzeinfuhren akzeptiert, haben Reforminitiativen in den Herkunftsländern nur wenig Chancen.
Im Rahmen des EU-Programms „Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor“ (englisch FLEGT) wird seit 2003 an einem Aktionsplan zur Eindämmung des kriminellen Holzgeschäftes gearbeitet. Hierzu gehören unter anderem:

  • Verbesserte Politikgestaltung und Organisationsentwicklung in Produzentenländern,
  • Entwicklung freiwilliger Partnerschaftsabkommen mit Produzentenländern (so genannte VPA),
  • Gesetze, die den Handel mit Holz aus illegalen Quellen strafbar machen (Verordnung über das Inverkehrbringen von Holz und Holzerzeugnissen aus illegalen Quellen),
  • Verringerung des Verbrauchs von illegalem Holz in der EU.

Die aktuelle politische Arbeit zu FLEGT

Bitte klicken Sie auf die Karte, um sie zu vergrößern. © WWF
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Illegales Holz aus Waldvernichtung landet oft in deutschen Haushalten, ohne dass die Verbraucher etwas von dessen Herkunft wissen. Unternehmen kommen ungestraft davon und lassen den Kunden keine Möglichkeit, legale von illegalen Holzprodukten zu unterscheiden. Bis heute gibt es EU-weit kein Gesetz, das die Einfuhr, den Handel und den Besitz von Holz und Holzprodukten aus illegalen Quellen unterbindet. Seit Jahren plädieren Umweltschutzorganisationen deshalb dafür, ein so genanntes „Holzhandelsgesetz“ auf den Weg zu bringen.

In Deutschland hatte die Bundesregierung schon ein so genanntes „Urwaldschutzgesetz“ bis in den Bundestag gebracht. Dieses sollte den Handel mit Holz aus illegalen Quellen bestrafen. Doch es wurde mehrmals abgelehnt – zuletzt 2006 durch die große Koalition mit Hinweis auf eine europäische Regelung.

Im Oktober 2008 legte die EU-Kommission einen – wenn auch sehr schwachen – Verordnungsentwurf vor. Eine strenge Verordnung auf EU-Ebene hingegen würde auch der heimischen Waldwirtschaft zugute kommen. So müssten verantwortungsvoll arbeitende Unternehmen nicht gegen Konkurrenten mit illegaler Ware ankämpfen.

Der Verordnungsentwurf der EU-Kommission wurde nach Interventionen des WWF und anderer Umweltorganisationen im April 2009 vom EU-Parlament in einer wesentlich verbesserten Fassung verabschiedet. Er soll alle an der Holzhandelskette beteiligten Unternehmen unter anderem zu einem Herkunftsnachweis ihres Rohstoffs verpflichten.

Einen herben Rückschlag im Kampf gegen die globale Waldzerstörung brachte die Tagung der europäischen Agrarminister in Brüssel Ende Dezember 2009. Der Ministerrat verwässerte aus Sicht des WWF den Verordnungsentwurf des Parlaments. Das Jahr 2010 wird von weiterer starker Überzeugungskraft durch die WWF Mitarbeiter geprägt sein, denn nun geht es in die zweite Lesung im Parlament und die zweite Abstimmung im EU-Rat.

Der WWF appelliert daher an alle Entscheidungsträger, endlich durch ein klares Votum die illegale Holzmenge, die in die EU kommt, zu verringern und damit den Raubbau an den Wäldern zu bremsen. Deutschland steht dazu nicht nur in der Pflicht, weil es ein Hauptabnehmer illegalen Holzes in Europa ist. Es könnte auch entscheidend zu einem klaren Votum beitragen: Mit Italien, Frankreich und Großbritannien verfügt Deutschland über die höchste Stimmenzahl innerhalb des EU-Rates.

Wird die politische Chance im Jahr 2010 nicht genutzt, wäre dies eine vertane Chance, endlich dem illegalen Raubbau ein Ende zu setzen. Nicht nur der Mangel an politischem Wille würde den Erhalt der Wälder verspielen. Es wäre ein Armutszeugnis der EU und ihrer Mitgliedsländer, wenn sie nicht einmal in der Lage wären, die Legalität der Holzprodukte sicherzustellen und weiterhin Hehlerware in deutschen Regalen zu kaufen wäre. Auch wäre es ein Armutszeugnis, wenn ein siebenjähriger politischer Prozess nur eine schwache „Scheinverorordnung“ zustande bringen würde.

Ziel des WWF ist es, dass Verbraucher baldmöglichst beim Einkauf von Holz und Holzprodukten sicher sein können, dass diese aus legaler Waldwirtschaft stammen. Darüber hinaus engagiert sich die Umweltstiftung langfristig dafür, dass nur noch Holz und Holzprodukte aus naturnaher Waldwirtschaft in den Handel kommen.