EU-Bürger wollen Gesetz gegen illegale Holz-Importe
WWF-Umfrage: Fast zwei Drittel aller Deutschen misstrauen der legalen Herkunft von Holzprodukten

- Clovis Miranda / WWF
Europas Bürger wollen eine striktere Kontrolle der Holzimporte und fordern verstärkten Einsatz im Kampfgegen illegalen Holzeinschlag. Das geht aus einer europaweiten, repräsentativen Umfrage der Umweltschutzorganisationen WWF und Friends of the Earth im Frühjahr 2009 hervor. Bisher wird der Handel mit Holz aus illegaler Waldvernichtung in der EU nicht geahndet.
So gaben 92 Prozent aller Befragten an, sie würden ein EU-weites Gesetz zur Bekämpfung des Handels mit Holz aus illegalen Quellen begrüßen. Außerdem glauben 56 Prozent der Befragten nicht, dass die meisten ihrer erworbenen Holzprodukte – vom Klopapier über den Parkettfussboden bis zum Kleiderschrank – aus legalen Quellen stammt.
Mit dieser Einschätzung liegen sie laut WWF-Angaben gar nicht so falsch. Die Umweltstiftung schätzt, dass bis zu 19 Prozent aller EU-Holzimporte aus illegalen unter zumindest verdächtigen Quellen stammt.
Auch in Deutschland gibt es bisher keine effektive Gesetzgebung gegen die Einfuhr, den Handel oder die Weiterverarbeitung von illegalem Holz. Dabei würde eine klare Mehrheit der Deutschen von 53 Prozent ein solches Gesetz als „sehr bedeutend“ einstufen, weitere 36 Prozent schließen sich dieser Forderung mit „ziemlich bedeutend“ an.
Auch bei der Frage, wie wichtig es den Deutschen ist, dass ihre erworbenen Holzprodukte aus legalen Quellen stammten, zeichnet sich ein klares Bild ab: 61 Prozent der Befragten fände diesen Umstand „sehr wichtig“, noch einmal 30 Prozent „ziemlich wichtig“.
Nach Einschätzung des WWF zeigen die Umfrageergebnisse, dass die Mehrheit der Bürger längst viel weiter ist als die Politik.

