© Dieter Schonlau / WWF
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Der WWF hat sich für Sumatra und Borneo folgende konkrete Ziele gesetzt

1. Um Wilderern das Handwerk zu legen, werden vom WWF Tiger-Patroullien in der Provinz Riau auf Sumatra eingesetzt. In einem Schulungsprogramm trainieren die Männer Patroullienplanung, Feldnavigation, Erkennung von Tigerzeichen – aber auch Spuren anderer Tiere – die Sammlung von Tiger-Nachweisen und die Dokumentation ihrer Tätigkeit. Die Patroullien bestehen aus Bewohnern der lokalen Gemeinden und Mitarbeitern des Forstministeriums.

2. Die Sumatra-Deklaration: Zum Schutze der verbliebenen Naturwälder auf Sumatra hat der WWF während der Weltnaturschutzkonferenz in Barcelona im Oktober 2008 gemeinsam mit vier Ministern und weiteren hochrangigen Vertretern der indonesischen Regierung ein Abkommen unterzeichnet. Erstmals ist es auf diese Weise gelungen, ein verbindliches politisches Abkommen für ganz Sumatra zu erzielen. Die Sumatra-Deklaration soll die verbliebenen Waldflächen auf der Insel weitgehend unter Schutz stellen. Nun beteiligt sich der WWF Indonesien an der dafür notwendigen aktualisierten Landnutzungsplanung der indonesischen Regierung.

3. Gemeinsam mit dem WWF Indonesien, dem WWF Malaysia und anderen Naturschutzorganisationen wollen wir eine der faszinierendsten Ökoregionen Südostasiens langfristig schützen: Die Bergregenwälder Borneos. Im Rahmen dieses "Heart of Borneo" getauften Programms wollen wir einen grenzübergreifenden ökoregionalen Naturschutz in einer 220.000 Quadratkilometer großen Waldregion etablieren.

4. Kayan Mentarang ist das größte Waldschutzgebiet Indonesiens. Der Nationalpark liegt in der indonesischen Provinz Ost-Kalimantan auf Borneo. Kayan Mentarang ist Indonesiens erstes Schutzgebiet mit Mitbestimmung der lokalen Bevölkerung im Management. Die Arbeit des WWF umfasst Sensibilisierungs- und Bildungsaktivitäten, um Rückhalt in der Bevölkerung für den Park aufzubauen, ebenso wie die Unterstützung der Mitbestimmungsorgane und Forschungsaktivitäten.

5. Mit 800.000 Hektar ist der Betung Kerihun-Nationalpark in West-Kalimantan das zweitgrößte Schutzgebiet auf Borneo. Es ist Heimat des stark gefährdeten Borneo Orang-Utans. Der Kapuas, Indonesiens längster Fluss, beginnt im Park. Der WWF arbeitet mit lokalen Naturbehörden an der Verbesserung des Parkmanagements, für den Schutz des Orang-Utans und anderer bedrohter Arten und fördert nachhaltige Existenzgrundlagen für die lokale Bevölkerung durch verbesserte Landwirtschaft und Ökotourismus.

6. Lebensraum-Projekt für Orang-Utans in Sabah: Im Nordosten Borneos, im Bundesstaat Sabah, lebt mit etwa 5.000 Tieren die letzte größere zusammenhängende Orang-Utan-Population des malaysischen Teils der Insel. Die Waldfläche der insgesamt 376.000 Hektar großen Ulu-Segama-Malua-Projektregion soll mindestens auf dem Stand des Jahres 2004 erhalten werden. Der WWF pflanzt deshalb gezielt fruchttragende Bäume, die das Nahrungsangebot für die Menschenaffen verbessern und verhandelt mit Inhabern großer Holzeinschlagskonzessionen. Gegen Wilderei und illegalen Handel setzt der WWF Patrouillen ein.

7. Der Sebangau-Nationalpark ist eine der letzten geschützten Torfmoorwälder in Zentralkalimantan. Der Park besteht aus einer riesigen Torfkuppel, die sich zwischen zwei Flüssen erhebt und eine wichtige  Rolle für die Wasserzufuhr Zentralkalimantans spielt. Das Gebiet ist Heimat von ungefähr 6.500 Orang-Utans, der größten Einzelpopulation auf Borneo. Bis vor zehn Jahren wurde der Torfmoorwald durch Holzfäller genutzt, die zahlreiche Kanäle zum Transport von Werthölzern bauten. Dadurch wurde der Torf entwässert und Brände zerstörten weite Flächen. Mit Dammbauten und Aufforstungen renaturiert der WWF in den nächsten Jahren mindestens 50.000 Hektar Wald. Denn die Torfmoorwälder Indonesiens haben als gigantische Kohlenstoffspeicher eine besondere Bedeutung für das Weltklima. Mit dem Pilotprojekt zur Wiedervernässung und Renaturierung degradierter Torfmoorwälder im Sebangau-Nationalpark in Zentral-Kalimantan auf Borneo trägt der WWF gleichzeitig zum Klimaschutz und zum Erhalt dieses einzigartigen Ökosystems bei. Weitere Torfmoorwaldprokjekte sind geplant.