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Die weiteren Aussichten: Stark veränderlich!

Die Erde wird sich voraussichtlich schneller erwärmen als jemals zuvor in den letzten 10.000 Jahren. Die neunziger Jahre waren die heißesten des letzten Jahrhunderts. Auch in der Anfangsdekade des 21. Jahrhunderts setzt sich dieser Trend fort. Extremere Temperaturen und größere Dürren, stärkere und häufigere Stürme sowie – daraus resultierend – ein steigender Meeresspiegel, abschmelzende Gletscher und Polkappen sind einige der Folgen. Der Klimawandel ist deshalb unser brisantestes Umweltproblem.  

Das Internationale Forum für Klimawandel (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC), ein von den Vereinten Nationen ins Leben gerufenes Gremium führender Klimaforscher weltweit, sagt eine Steigerung der weltweiten Durchschnittstemperaturen in diesem Jahrhundert um 1,1 bis 6,4 Grad Celsius voraus.  

Der tatsächliche Anstieg hängt zu einem großen Teil davon ab, wie viele fossile Energieträger noch verbrannt werden und wie sensibel unser Klimasystem letztendlich darauf reagieren wird. Doch eines kann man schon heute relativ sicher feststellen: An den Polen wird die Erwärmung am stärksten sein. Deshalb werden wir uns vor allem auf ein Abschmelzen der Poleiskappen und einem damit verbundenen Anstieg des Meeresspiegels gefasst machen müssen.  

Die Veränderung der Eisbedeckung der Arktis seit 1979 zeigt eine NASA-Animation:
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Die Gletscher der Alpen wiederum haben nach Angaben des Deutschen Alpenvereins bereits jetzt die Hälfte ihres Volumens von 1850 verloren. Mit jedem halben Grad Erwärmung verlagert sich die durchschnittliche Schneefallgrenze in den meisten Gebirgen um bis zu 100 Meter nach oben.  

Im März 2006 wurde die dünnste je gemessene Meeres-Eisdecke der Arktis registriert. Im Verlauf eines Jahres ging eine Eisfläche von der Größe Italiens verloren. Schon 2005 war ein Jahr mit Rekordniedrigwerten.  

Bereits im vergangenen Jahrhundert war die Durchschnittstemperatur auf der Nordhalbkugel überdurchschnittlich angestiegen: In Europa um 0,9 Grad Celsius, in Nordamerika sogar um 1,5 Grad Celsius gegenüber den 100 Jahren zuvor. Der Meeresspiegel wiederum stieg in den letzten 100 Jahren um mehr als 20 Zentimeter.  

Mit verheerenden Folgen: Der noch zu erwartende Meeresspiegelanstieg wird großflächige Landverluste in Küstenregionen, vor allem in der Dritten Welt, zur Folge haben. Nicht nur durch Überflutungen: Allein durch den Bau von Schutzanlagen werden erhebliche Teile der küstennahen Feuchtgebiete verloren gehen, vermutet die Enquete-Kommission des Bundestages. Küstenstädte wie Hamburg bräuchten neue gigantische Schutzdeiche.  

Der Temperaturanstieg wird auch die Luftströmungen in der Atmosphäre verändern. Extreme Wetterlagen wie Orkane, Sturmfluten, sintflutartige Niederschläge und Dürrekatastrophen drohen häufiger und intensiver zu werden. Bereits in den letzten Jahren ist die Zahl der Naturkatastrophen infolge von Wetterinstabilitäten stark angestiegen. Insgesamt rechnen Experten damit, dass Millionen von Menschen insbesondere in den Entwicklungsländern ihrer Lebensgrundlagen beraubt und zu Klimaflüchtlingen werden.  

Großstädte wiederum heizen sich im Sommer bereits heute besonders stark auf. Nach offiziellen Statistiken starben im Hitzesommer des Jahres 2003 alleine in Frankreich 14.800 Menschen. Nach einer Untersuchung des WWF International stiegen die Sommertemperaturen europäischer Hauptstädte allein in den letzten 30 Jahren um zwei Grad Celsius an.