Der UN-Klimarat IPCC – Intergovernmental Panel on Climate Change

Der Aletschgletscher in der Schweiz. © Pro Natura Zentrum Aletsch / Laudo Albrecht
Schrumpft zusehends: Der Aletschgletscher in der Schweiz. © Pro Natura Zentrum Aletsch / Laudo Albrecht

1988 gründeten die „World Meteorological Organization“ (WMO) und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) das „Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)“, zu deutsch das „Zwischenstaatliche Forum zum Klimawandel“. Dieses Forum aus 2.000 namhaften Wissenschaftlern auf der ganzen Welt widmet sich seither dem immer deutlicher werdenden Problem des weltweiten Klimawandels. Das IPCC bündelt die weltweit existierenden Informationen zu Ursachen, Auswirkungen und Lösungen zum Klimawandel. Die Experten bewerten umfassend und möglichst objektiv Informationen und Studien zum Thema – wissenschaftliche, technische und sozioökonomische.

Deren Ergebnisse werden in drei „Assessment-Reports“, so genannten „Sachstandberichten“ zusammengeführt und veröffentlicht. Die Berichte sollen dazu beitragen, die wissenschaftliche Grundlage, die möglichen Konsequenzen und die Chancen für Anpassung und Abschwächung des vom Menschen gemachten Klimawandels zu verstehen. Neben den Assessment-Reports erstellt das IPCC weitere technische und methodologische Berichte sowie unterstützendes Material.

Der erste Teil des vierten IPCC-Berichts im Februar 2007 dokumentiert, dass der Klimawandel bereits zweifelsfrei stattfindet. Der Bericht der IPCC-Wissenschaftler zeigt, dass die Welt sich in den letzten Jahren schon um mehr als 0,74 Grad Grad Celsius erwärmt hat. Die Prognosen rechnen mit einen Temperaturanstieg von bis zu 6,4 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts, wenn wir unserer Treibhausgasemissionen nicht deutlich verringern.

Der Report präsentiert sechs Szenarien. Im besten Fall sei bis 2100 mit einer Erwärmung von 1,1 bis 2,9 Grad Celsius zu rechnen, im schlimmsten Fall mit 2,4 bis 6,4 Grad. Am wahrscheinlichsten ist laut IPCC ein Anstieg um 1,7 bis 4 Grad. Der Meeresspiegel werde bis 2100 im günstigsten Szenario um 19 bis 37 Zentimeter, im schlimmsten um 26 bis 59 Zentimeter steigen.

Der im April 2007 vorgestellte zweite Teil des Berichts zeigt eindeutig, dass die Auswirkungen durch die Klimaerwärmung bereits begonnen haben und künftig immer dramatischere Auswirkungen zu erwarten sind: Die Lebensgrundlage von 100 Millionen Menschen ist gefährdet, wenn der Meeresspiegel nur einen Meter steigt. Häufigere Dürren werden Ernten unsicher machen, und können Hungersnöte in Indien und China auslösen. Die Wasserversorgung für Hunderte von Millionen von Menschen ist bedroht.  

Der globale Temperaturanstieg wird die ökologische Balance des ganzen Planeten aus dem Gleichgewicht bringen. Naturkatastrophen und Artensterben werden die ökonomische Entwicklung der Menschen untergraben.

Im Mai 2007 wurde in Bangkok der dritte Teil über Strategien zur Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen vorgelegt. Darin macht der UN-Rat von Klimaexperten deutlich, dass die Bekämpfung des Klimawandels machbar und bezahlbar ist. Demnach können wir die schlimmsten Folgen des Klimawandels noch verhindern, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen spätestens ab 2015 weltweit zurückgeht. Bis zur Mitte des Jahrhunderts müssen die CO2-Emissionen weltweit um mindestens 50 Prozent reduziert werden, heißt es in der Zusammenfassung des Gremiums, die sich an die Entscheidungsträger in den Regierungen wendet. Für die Industriestaaten bedeutet dies eine Reduktion um rund 85 Prozent.

Am 12. Oktober 2007 wurde der UN-Klimarat IPCC neben dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Der indische IPCC-Vorsitzende Rajendra Pauchari sagte dazu im norwegischen Fernsehen: "Dieser Preis geht an die internationale UN-Gemeinschaft und alle Staaten, die uns unterstützen."

Im November 2007 veröffentlichte der Weltklimarat in Valencia zudem einen Abschlussbericht zum Stand der Klimaforschung. Dieser fasst in klaren Worten die wesentlichen Ergebnisse der drei im Frühjahr veröffentlichten Berichte in einem 20-seitigen Papier zusammen und stellt die wissenschaftliche Grundlage für die im Dezember auf Bali stattfindende UN-Klimakonferenz dar.