WWF-Erklärung zu fehlerhaften Informationen zur Gletscherschmelze im Himalaja und zur Arbeit des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)
21. Januar 2010
Sachverhalt:
In den vergangenen Tagen wurde in den Medien mehrfach darüber berichtet, dass der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in seinem vierten Sachstandsbericht von 2007 (Working Group II: Impact, Adaptation and Vulnerability) fälschlicherweise die Wahrscheinlichkeit eines völligen Abschmelzens der Gletscher im Himalaja aufgrund des Klimawandels bis zum Jahr 2035 beschreibt. Als Quelle für diese Aussage wird die WWF-Studie „An Overview of Glaciers, Glacier Retreat, and Subsequent Impacts in Nepal, India and China“ aus dem Jahr 2005 angegeben.
Die WWF-Studie hatte entsprechende Aussagen aus zwei Artikeln zitiert, die im Jahr 1999 erschienen waren: “Flooded Out – Retreating glaciers spell disaster for valley communities” (New Scientist, 5 June 1999) und “Beating Retreat” (Down to Earth, Vol 7, No. 23, April 30, 1999).
Der WWF erklärt dazu Folgendes:
Obwohl Wissenschaftler weiterhin äußerst besorgt über den Rückgang und das Abschmelzen der Gletscher im Himalaja sind, hat sich diese spezielle Vorhersage nachträglich als nicht korrekt erwiesen. Zur Zeit der Veröffentlichung der WWF-Studie nahmen wir an, dass die Quelle dieser Aussage verlässlich sei. Wir korrigieren nun in unseren Veröffentlichungen und Internetseiten entsprechende Aussagen.
Die korrigierte Fassung der WWF-Studie von 2005 finden Sie hier.
Grundsätzlich verändert dieser bedauerliche Fehler jedoch in keiner Weise unsere Aussagen zum Klimawandel. Die Arbeit des WWF zum Klimawandel basiert auf überprüften wissenschaftlichen Erkenntnissen der weltweit anerkanntesten Wissenschaftler und Umweltschützer in den vergangenen Jahrzehnten. Deren Arbeit bestätigt, dass der Klimawandel in allen Teilen der Welt beobachtet wird und schon heute bedeutende Auswirkungen auf Ökosysteme und menschliche Gemeinschaften hat. Ohne akute Maßnahmen zur Senkung des globalen Treibhausgasausstoßes sind schwerwiegende Konsequenzen auf Mensch und Natur zu befürchten.
Der erkannte Fehler untergräbt nicht die Glaubwürdigkeit des IPCC.
Der WWF unterstützt mit Nachdruck die unermüdlichen Bemühungen des IPCC, das Wissen der Öffentlichkeit über den Klimawandel zu verbessern und seine Anstrengungen, dieser globalen Bedrohung zu begegnen.

