Anpacken für unser Land…
…bedeutet Anpacken für unser Klima!
WWF Aktion beim SPD-Parteitag in Berlin
Die SPD brüstet sich im Wahlkampf damit, „für unser Land“ anpacken zu wollen. Doch aus Sicht des WWF, ist das SPD-Konzept dafür völlig unzureichend. Bei einer Aktion vor dem Konferenzgebäude des SPD-Parteitags in Berlin machten heute WWF-Aktivisten klar, dass die SPD mehr für unser Klima tun muss, wenn sie etwas für unser Land machen will.
Unter Anspielung auf den SPD-Wahlkampfslogan „packten“ die WWF-Bauarbeiter gleich an Ort und Stelle an und bauten einen knallroten SPD-Würfel in ein WWF-Klimaschutzpaket um. Das Paket trug die Aufschrift: „Anpacken für unser Klima, bedeutet anpacken für unser Land“. Denn aus Sicht des WWF müssen Wirtschaftskrise und Klimawandel gemeinsam bekämpft werden. Nur mit einer nachhaltigen und klimafreundlichen Wirtschaftspolitik wird es gelingen, zukünftig Wirtschafskrisen dieser Art in Deutschland zu vermeiden.
Klimaschutzgesetz für Deutschland jetzt!
Aktivisten verteilten außerdem Arbeitshandschuhe mit dem Aufdruck „Klimaschutz anpacken!“ an Bundestagskandidaten und Parteitagsdelegierte. Auf Flyern wurden sie aufgefordert, die WWF-Forderung nach einem Klimaschutzgesetz zu unterstützen. Der WWF fordert die SPD dazu auf, sich nach der Bundestagswahl im September dafür einzusetzen, dass die Reduktion von Treibhausgasen um mindestens 95 Prozent bis 2050 gegenüber 1990 gesetzlich geregelt und verbindlich festgeschrieben wird.
Auch Umweltminister Sigmar Gabriel „packte“ gleich mit an und half vor Beginn des Parteitags beim Umbau des Pakets. In seiner Stellungnahme kündigte Gabriel an, dass die SPD das Ziel einer Reduktion des Treibhausgasausstoßes um 80 bis 95 Prozent bis 2050 gegenüber 1990 ins Wahlprogramm aufnehmen wird (siehe Video). Der WWF begrüßt dies, kritisiert jedoch, dass das im krassen Widerspruch zu der SPD-Kohlepolitik steht. Die Sozialdemokraten wollen in Deutschland unbefristet Kohlekraftwerke mit traditioneller Technik errichten. Das wird es unmöglich machen, das für 2050 gesteckte Ziel zu erreichen.
Der WWF freut sich allerdings, dass mehrere hochrangige SPD-Mitglieder ebenfalls mit anpackten und die WWF-Forderung nach einem deutschen Klimaschutzgesetz unterschrieben, darunter die Staatssekretäre im Bundesumweltministerium Michael Müller und Astrid Klug sowie Ralf Stegner, Landesvorsitzender der SPD in Schleswig-Holstein. Gehen Sie auf die
WWF-Klimagalerie auf flickr, um Fotos von der Aktion anzusehen.
Steinmeiers Rede: Klimapolitisch enttäuschend
Von der Rede des SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier auf dem Parteitag zeigte sich der WWF enttäuscht. "Dass das Jahrhundertthema Klimaschutz gar keinen Platz in der Rede des Kanzlerkandidaten fand, zeigt, dass bei ihm die Größe der Herausforderung immer noch nicht angekommen ist. Das ist schon tragisch", erklärte Regine Günther, Leiterin des Bereichs Klima und Energie beim WWF.
Eine ausführliche Bewertung der Rede finden Sie hier.

