Wie funktioniert der Handel mit Verschmutzungsrechten?

RWE Kraftwerk in Frimmersdorf. © Andrew Kerr / WWF-Canon
RWE Kraftwerk in Frimmersdorf. © Andrew Kerr / WWF-Canon

Die Idee des Emissionshandels ist einfach: Stromversorger und energieintensive Unternehmen erhalten von der EU ein "Schadstoff-Budget" (CO2-Zertifikate) mit einem Limit. Das besagt, wie viel klimaschädliches Kohlendioxid sie ausstoßen dürfen. Um diese Obergrenze (engl.: Cap) einzuhalten, können die beteiligten Unternehmen in ihren Anlagen Maßnahmen zur CO2-Verringerung ergreifen.

Stoßen sie jedoch CO2 über der erlaubten Grenze aus, müssen sie Emissionsrechte hinzukaufen. Und können umgekehrt, wenn sie unter der gesetzlich gezogenen Grenze liegen, ihre eigenen Zertifikate verkaufen. In Deutschland betrifft dies derzeit 1.625 Anlagen. Laut Umweltbundesamt macht der Emissionshandelssektor derzeit knapp 57 Prozent der Kohlendioxidemissionen in Deutschland aus.

Damit ist ein Paradigmenwechsel erfolgt: CO2-Emissionen erhalten einen Preis. Sie müssen so Eingang in das Entscheidungskalkül der Anlagenbetreiber finden. Dieser marktwirtschaftliche Ansatz wurde von der deutschen Industrie lange als der Königsweg in Sachen Klimaschutz gefeiert. Schließlich bot sich die Möglichkeit, als besonders innovatives Unternehmen Treibhausgase einzusparen und dabei noch Geld zu verdienen. Eine im modernen Wirtschaftdeutsch klassische "Win-win-Situation".

Kontakt

Juliette de Grandpré
Referentin für Energie und Kohlenstoffmärkte
Tel.: 0049 30 311 777-213

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