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G8-Gipfel: Chance vertan

Klimaschutzbeschlüsse in Japan bleiben weit hinter Notwendigkeiten zurück

Traurig, aber wahr: Die G8-Staaten haben bei ihrem Gipfel im japanischen Toyako die Gelegenheit vertan, die globalen Klimaschutzanstrengungen einen entscheidenden Schritt voran zu bringen. Statt den Verhandlungen neuen Schwung zu verleihen und sich zu mittelfristigen Zielen für die Reduktion von Treibhausgasen für das Jahr 2020 zu verpflichten, bestätigten die Staats- und Regierungschefs lediglich die Beschlüsse von Heiligendamm 2007. Die vereinbarte Halbierung der globalen Treibhausgasemissionen bis 2050 ist viel zu wenig (zumal bisher ohne Basisjahr), um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern. Mit solch einem mageren Ziel wird der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 Grad gegenüber vorindustriellen Werten nicht zu begrenzen sein. Die Folgen wären u.a. Trinkwassermangel, Dürren und Überschwemmungen für Millionen von Menschen.

Dabei müssen sich die acht größten Wirtschaftsnationen im Kampf gegen den Klimawandel endlich ihrer Verantwortung stellen: Sie vereinen 60 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts, sie verantworten 39 Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen, 62 Prozent aller Emissionen, die sich seit Beginn der Industrialisierung in der Atmosphäre angesammelt haben, gehen auf ihr Konto. Und all das, obwohl in diesen acht Ländern nur 13,5 Prozent der globalen Bevölkerung lebt. Lesen Sie hier die ausführliche Bewertung der Ergebnisse

Eine aktuelle Studie von Ecofys, die gemeinsam vom WWF und der Allianz in Auftrag gegeben wurde, zeigt jedoch, dass alle G8-Staaten noch weit davon entfernt sind, mit den aktuell verabschiedeten Maßnahmen eine anspruchsvoll Klimaschutzpolitik umsetzen zu können. Die Ergebnisse der G8 Climate Scorecards 2008 basieren auf einer Analyse der bisherigen Klimapolitik, dem gegenwärtigen Stand sowie den geplanten Maßnahmen zur Emissionsreduktion, zur Förderung erneuerbarer Energien und zur Verbesserung der Energieeffizienz. Die Studie finden Sie hier (engl.)

Ein erfolgreicher G8-Gipfel hätte aus Sicht des WWF folgende Ergebnisse gebracht:

 

  • Die G8-Staaten vereinbaren, sich von dem Ziel leiten lassen, die Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Das bedeutet, dass die weltweiten Treibhausgasemissionen innerhalb der nächsten 10 bis 15 Jahre ihren höchsten Wert erreicht haben und danach kräftig sinken müssen.
  • Die Industriestaaten bekennen sich entsprechend der Empfehlungen des UN-Klimarats IPCC zu dem Ziel, ihre Emissionen durch Maßnahmen im eigenen Land bis 2020 im Vergleich zu 1990 um mindestens 30 Prozent zu senken.
  • Zusätzlich unterstützen die G8-Staaten die Entwicklungsländer bei der Anpassung an den Klimawandel sowie bei der Reduktion von Treibhausgasen aus Entwaldung und Energieverbrauch. Der WWF fordert, dass diese Mittel nicht Teil der Summe sind, welche die Industrieländer im Rahmen ihrer Entwicklungshilfe versprochen haben, sondern zusätzlich dazu geleistet werden. Dafür ist es notwendig, neue und innovative Finanzierungsmechanismen zu entwickeln. Zum Beispiel könnten Fonds angelegt werden, die aus den Erlösen der Versteigerung von Zertifikaten aus dem Emissionshandel gespeist werden.