Der Ort der Verhandlungen: die Militärschule in L´Aquila. © G8-Summit

Nicht mehr als +2°C – aber wie?

Fortschritt, aber kein Durchbruch beim G8-Gipfel

Vom 8. bis 10. Juli trafen sich die Staats- und Regierungschefs der acht wichtigsten Industrienationen im italienischen L´Aquila. Wie in den vergangenen Jahren war ein zentrales Thema der Kampf gegen den Klimawandel.  Parallel fand das Major Economies Forum (MEF) statt, an dessen Beratungen auch die wichtigsten Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien teilnahmen.

Das Ergebnis der G8- und MEF-Beratungen ist aus Sicht des WWF ein Fortschritt, aber noch lange kein Durchbruch für die internationalen Klimaverhandlungen. Diese müssen im Dezember in Kopenhagen auf dem UN-Klimagipfel in ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyotoprotokoll münden.

Ein großer Schritt für die G8, ein kleiner für das Klima

Positiv ist, dass sich die G8-Staaten endlich bewegt haben und gemeinsam anerkannten, dass sie die globale Temperaturerhöhung auf maximal 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten begrenzen müssen. Der WWF sieht darin einen positiven Beitrag für die bevorstehende UN-Klimakonferenz in Kopenhagen, vermisst jedoch klare Aussagen, wie dieses Ziel umgesetzt werden soll.  

Die G8-Staaten einigten sich auf eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 80 Prozent bis 2050. Allerdings wurde nicht genau festgelegt, welches Jahr als Maßstab für die Reduzierung gelten soll. Darüber hinaus fehlen klare mittelfristige Minderungsziele bis 2020.  Nach Ansicht des WWF muss die Gruppe der Industriestaaten ihre Treibhausgasemissionen um 40 Prozent bis 2020 gegenüber 1990 senken. Die USA sollten vergleichbare Ziele übernehmen.

Addiert man die bisherigen Reduktionsziele der einzelnen Industrieländer, wird dieses Ziel bis 2020 nicht erreicht. Der WWF-Weltklimarechner zeigt, dass alle Staaten ihre Emissionen senken müssen, wenn das von den G8 anerkannte plus 2 Grad-Ziel erreicht werden soll. Beim WWF-Vergleich der klimapolitischen Anstrengungen der G8-Staaten führt zwar Deutschland als Spitzenreiter, die G8-Scorecards zeigen jedoch auch, dass die bisherigen Bemühungen von keinem der acht Länder ausreichen.

Schöne Worte, aber wenig Geld für Entwicklungsländer

Zudem traten G8 und MEF beim Thema finanzielle Unterstützung der Schwellen- und Entwicklungsländer im Klimaschutz auf der Stelle. Die reichen Industrienationen müssen den ärmeren Ländern finanziell dabei helfen, ihren Treibhausgasausstoß zu senken und sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Nur durch ausreichende finanzielle Zusagen wird in Kopenhagen eine Vereinbarung möglich sein, die von allen Staaten getragen wird.

Die Summe muss mindestens so hoch sein wie der kürzlich vom britischen Premierminister Gordon Brown gemachte Vorschlag von 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Aus Sicht des WWF sind ab 2017 sogar 160 Milliarden Dollar pro Jahr nötig.

Climate Deal Campaign

Das WWF-Klimablog vom G8-Gipfel