Gipfel der globalen Denker

Auf Einladung von PIK, WWF und BMBF berieten Nobelpreisträger, führende Wissenschaftler und Bundeskanzlerin Angela Merkel vom 9. bis 10.10.07 in Potsdam über nachhaltige Strategien gegen den Klimawandel und seine Folgen

Fordern Kraftakt für den Klimaschutz: PIK-Chef Prof. Hans Joachim Schellnhuber Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sir Nicholas Stern (re.) mit Peter Frey vom ZDF. © WWF / Bernd Lammel
Fordern Kraftakt für den Klimaschutz: PIK-Chef Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sir Nicholas Stern (re.) mit Peter Frey vom ZDF (2.v.re.). © WWF / Bernd Lammel

Mit welchen nachhaltigen Strategien können wir den Klimawandel abbremsen und seine schlimmsten Folgen dämpfen? Darüber berieten 15 Nobelpreisträger, mehr als 30 führende Wissenschaftler und namhafte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vom 9. bis 10. Oktober 2007 in Potsdam. Schirmherrin und aktive Teilnehmerin des Symposiums mit dem Titel „Global Sustainability: A Nobel Cause“ war Bundeskanzlerin Angela Merkel. Veranstaltet wurde die Tagung vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in Partnerschaft mit dem WWF und mit Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Neben Nobelpreisträgern wie Carlo Rubbia, Mario Molina, Wangari Maathai, Murray Gell-Mann oder Sir James Mirrlees namen auch prominente Experten wie Sir Nicholas Stern und Rajenda Pachauri am Symposium teil. Weitere Gäste waren Bundesforschungsministerin Annette Schavan, Umweltminister Sigmar Gabriel und der ehemalige Leiter des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer.

Potsdam-Memorandum für UN-Klimakonferenz

Die Ergebnisse der Veranstaltung wurden als „Potsdam-Memorandum“ zusammengefasst. Dessen wesentliche Punkte fasste James Leape, der Generaldirektor des WWF, zusammen: "Um den Klimawandel wirkungsvoll zu bekämpfen, muss mit sehr hoher Dringlichkeit ein starkes Anschlussabkommen für das Kioto-Protokoll bis 2009 ratifiziert werden. Darüber hinaus muss auf eine Energieversorgung mit Effizienzsteigerung und emissionsarmen Technologien umgestellt und das Wachstum in natürlichen Grenzen gehalten werden."

Die meisten Teilnehmer sehen die Entwicklung der Kohlenstoffmärkte als besonders wichtiges Instrument zur Bekämpfung des Klimawandels an. "Kohlendioxid muss einen Preis haben. Hierin liegt eine der größten Herausforderungen in Sachen Klimaschutz. Der WWF ist bereit, zur Gestaltung dieser Märkte einen wesentlichen Beitrag zu leisten", erklärt Leape.

Aus Sicht der an der Konferenz teilnehmenden Nobelpreisträger und Wissenschaftler ist klar, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse mehr als ausreichend sind, um den Klimawandel wirkungsvoll zu bekämpfen.

Das Potsdam-Memorandum wurde an die 13. UN-Klimakonferenz im Dezember 2007 auf Bali gerichtet.