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Schöpfung bewahren – Klimawandel stoppen!

WWF setzte Berliner Dom „unter Wasser“, um auf klimapolitischen Showdown aufmerksam zu machen

Überschattet von der Finanzkrise ist eine viel bedrohlichere Krise in den Hintergrund getreten: Die Krise unseres Klimas. Dabei stehen in den letzten Wochen des Jahres 2008 wegweisende klimapolitische Entscheidungen an. Die Europäische Union will ihr Klimapaket noch vor Weihnachten am 11./12.12. 2008 verabschieden. Gleichzeitig findet vom 1. bis zum 12. Dezember 2008 die UN-Klimakonferenz im polnischen Posen statt.

Auf diese wichtigen klimapolitischen Großereignisse und die damit verbundene Verantwortung der Bundesregierung für einen glaubwürdigen Klimaschutz wiesen WWF, Berliner Dom und Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) mit einer spektakulären Lichtinstallation hin. Vom 18. bis 20. November 2008, jeweils zwischen 17 und 24 Uhr, wurde die Fassade des Berliner Doms „unter Wasser gesetzt.“ Mit der symbolischen Aktion unter dem Titel „Schöpfung bewahren – Klimawandel stoppen!“ machten WWF und Evangelische Kirche auf die umfassende und globale Bedrohung aufmerksam, die der vom Menschen verursachte Klimawandel für das gesamte Leben auf dem Planeten darstellt.

Zwar steht NICHT zu befürchten, dass Berlin aufgrund steigender Pegel tatsächlich eines Tages unter Wasser steht. Doch der Anstieg des Meeresspiegels aufgrund der globalen Erwärmung ist eine der größten Gefahren für kommende Generationen. Das mögliche Abschmelzen des Grönland-Eisschilds kann innerhalb der kommenden Jahrhunderte in einigen Ländern dazu beitragen, dass der Meeresspiegel bis zu sieben Meter steigt. Schon eine Erhöhung des Meeresspiegels um fünf Meter bedroht den Lebensraum von mehr als 330 Millionen Menschen.

Weltweit leiden viele Regionen – wie beispielsweise die tief liegenden Flussdeltas von Indien oder Bangladesh – unter dem bisherigen Anstieg des Pegels seit 1870 von „nur“ rund 20 Zentimeter. Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung schließt nicht aus, dass sich der Meeresspiegel bereits bis zu Jahr 2100 um einen Meter und mehr erhöhen kann.

Zum Auftakt der Projektion luden WWF, Berliner Dom und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein. Der WWF appellierte an die Bundesregierung, sich in der EU bei der Verabschiedung des Klimapakets und im polnischen Polen bei den internationalen UN-Verhandlungen für den Klimaschutz stark zu machen. Auf der Veranstaltung ermahnten auch Bischof Dr. Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, sowie Dr. Irmgard Schwaetzer, Vorsitzende des Domkirchenkollegiums, die Bundesregierung, ihre Rolle als Lokomotive beim Klimaschutz nicht aufzugeben.