Kyoto-Protokoll
Klimaschutz ist eine grenzüberschreitende Herausforderung

- RWE-Kraftwerk Niederaussem. © Andrew Kerr
Lösungen müssen international gestaltet sein. Deshalb engagiert sich der WWF sehr stark bei Vereinbarungen wie der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) und der Ausgestaltung und Umsetzung eines Nachfolgeabkommens für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll.
Das Kyoto-Protokoll – 1997 in Japan ausgehandelt – ist bisher das einzige internationale Klimaschutzabkommen mit konkreten verbindlichen Vorgaben für die Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase. Weltweit haben 184 Länder das Kyoto-Protokoll ratifiziert. Daraus ergeben sich für 36 Industriestaaten – inklusive der EU-15 – verbindliche Ziele zur Emissionsminderung. Nachdem auch Russland das Abkommen durch Bestätigung des Parlaments ratifiziert hat, ist es am 16. Februar 2005 offiziell in Kraft getreten. Zuletzt ratifizierte Australien kurz vor der UN-Klimakonferenz auf Bali 2007 das Protokoll. Damit sind die USA die letzte Industrienation ohne verbindliche Klimaschutzziele.
Instrumente des Kyoto-Protokolls
Das Kyoto-Protokoll enthält neben den Reduktionszielen für die Unterzeichnerstaaten auch mögliche Instrumente, die so genannten drei „flexiblen Mechanismen“, anhand derer diese Staaten ihre Emissionen reduzieren können – Emissionshandel, Clean Development Mechanism und Joint Implementation.
Was kommt nach 2012? – WWF-Forderungen für die zweite Phase des Kyoto-Protokolls
Die erste Phase des Kyoto-Protokoll endet 2012. Seit der Klimakonferenz in Montreal wird über die zweite Kyoto-Phase verhandelt, die den Zeitraum bis mindestens 2017 abdecken soll. Auf der UN-Klimakonferenz in Bali hatten sich die Mitgleidsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention im Dezember 2007 zwar darauf verständigt, die Verhandlungen 2009 in Kopenhagen abzuschliessen. Dort wurde jedoch kein rechtlich bindendes Abkommen erreicht, stattdessen wurde das Verhandlungsmandat bis zur Konferenz in Mexiko Ende 2010 verlängert.
Aus Sicht des WWF müssen dabei vor allem folgende Punkte durchgesetzt werden.
- Die Industrieländer müssen sich zu deutlich drastischeren Emissionsreduktionen als in der ersten Kyoto-Periode verpflichten, um eine globale Erwärmung weit unter 2 Grad Celsius zu ermöglichen.
- Die USA, die das erste Kyoto-Protokoll zwar unterzeichnet, aber nicht ratifiziert haben, muss diesmal einbezogen werden.
- Um die Bereitschaft von Indien und China zu fördern, sich an der zweiten Phase des Kyoto-Protokolls mit angemessenen Zielen zu beteiligen, müssen die Industrieländer nachweisliche Fortschritte in der absoluten Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen erreichen.
Weitergehende Aspekte des so genannten „Kyoto-Plus“-Prozesses wurden im Herbst 2006 auf einer gemeinsamen Konferenz von Heinrich Böll Stiftung, Wuppertal Institut und WWF Deutschland diskutiert.
Auf dem Symposium „Global Sustainability: A Nobel Cause“, einer Veranstaltung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in Partnerschaft mit dem WWF und mit Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), berieten im Oktober 2007 zahlreiche Nobelpreisträger sowie mehr als 30 führende Wissenschaftler und namhafte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, wie ein Anschlussabkommen an das Kyoto-Protokoll aussehen könnte und verabschiedeten das so genannte Potsdam-Memorandum.

