Zusammenarbeit mit der Allianz-Gruppe
"Der Finanzsektor spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern und die Welt auf den Weg der sauberen Energien zu bringen"

- © Allianz / WWF
Als eines der ersten Unternehmen erkannte das Versicherungsunternehmen die Risiken der globalen Erwärmung an. Allianz-Vorstandsmitglied Joachim Faber erklärte: „Der Klimawandel bringt erhebliche Kosten für den Finanzsektor. Im Interesse unserer Kunden und Aktionäre müssen wir diese Risiken im Blick behalten, wenn wir Versicherungsrisiken übernehmen und über Finanzanlagen oder Kreditvergabe entscheiden.“
Im Rahmen einer dreijährigen weltweiten Kooperation beschäftigen sich Allianz und WWF mit Klimarisiken im Bank-, Versicherungs- und Vermögensverwaltungsgeschäft. Es geht um die Frage, wie Klimarisiken im Investitionsprozess bewerten werden und der Entwicklung hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft Rechnung tragen können. Darüber hinaus arbeiten Allianz und WWF daran politische Stakeholder und Akteure des Finanzmarkts für den Klimaschutz und die Rolle des Finanzsektors zu sensibilisieren.
Empfehlungen für Investoren und Politik
Allianz und WWF haben gemeinsam die Studie RECIPE (Report on Energy and Climate Policy in Europe) vier europäischer Institute unter Leitung des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) unterstützt. Für Europa untersucht RECIPE die vier CO2-intensiven Wirtschaftssektoren Energie, Industrie (Zement und Stahl), Transport und Verkehr sowie Landwirtschaft und zeigt Reduktionspfade auf. Allianz und WWF haben daraus die wichtigsten Handlungsempfehlungen für Investoren abgeleitet und zusammengefasst.
Energiesektor: Investitionen in Kohlekraftwerke ohne CO2-Abscheidung und Speicherung sind zu vermeiden, wenn die globale Erwärmung mit möglichst niedrigen Kosten auf weniger als zwei Grad begrenzt werden soll. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Investitionen verloren und damit vorzeitig unrentabel sind, steigt nach 2020 signifikant, denn das zulässige Emissionsbudget für den Elektrizitätssektor verlangt nach 2020 sehr deutliche Verringerungen bis zur vollständigen Dekarbonisierung deutlich vor 2050.
Die Hauptinvestitionsfelder für den privatwirtschaftlichen Investor im Sektor Energie und Wärmegewinnung liegen in den Bereichen erneuerbare Energien, Speichersysteme, Übertragungs- /Verteilnetzentwicklung und CO2-Abscheidung und Speicherung. Für das Jahrhundert werden Investitionen in Höhe von weltweit jährlich 0,2 bis 1 % des globalen Bruttoinlandsprodukts geschätzt.
Industrie: Bestehende Anlagen lassen sich nur bedingt optimieren und aufgrund der Alterstruktur der Anlagen ist der nächste Investitionszyklus in der europäischen Industrie ab dem Jahr 2020 zu erwarten und zu nutzen. Dann sollten die Prozessanpassung und –veränderung über Elektrifizierung und damit Ersatz derzeit noch fossile Brennstoffe benötigender und die Entwicklung emissionsfreier Produktionsprozesse im Vordergrund stehen.
Verkehr: Für den Transportsektor liegt keine dominierende und heute bereits kommerzielle Dekarbonisierungstechnologie vor. Mit der relativ zunehmenden Bedeutung der Transportemissionen wird er kostenbestimmend und erfolgskritisch bei der Dekarbonisierung der Volkswirtschaften. Zudem werden Entscheidungen über Produktionsstandorte und die Struktur von Lieferketten in transportintensiven Industrien ein wichtiges Entscheidungskriterium für Investitionen, wenn der Transportsektor ins Zentrum von internationaler CO2-Regulation rückt.
Politische Rahmenbedingungen
Allianz und WWF fordern von der Politik klare Rahmenbedingungen, um langfristige Investitionen und die Kreditvergabe für Banken und Anleger anpassen zu können. "Als Investor brauchen wir mehr politische und regulatorische Sicherheit, also ein klares Regelwerk zum Thema Klimawandel auch für die Zeit nach Auslaufen des EU-Systems für die Zuteilung von Emissionszertifikaten im Jahr 2012", erklärt Joachim Faber.

