Das Carbon Disclosure Project (CDP)

Emissionsregister zu unternehmensbezogenen CO2-Emissionen

Das Carbon Disclosure Project (CDP) ist eine Initiative, die mehr Transparenz über CO2-Emissionen und Klimaschutzstrategien von Unternehmen erreichen will.

Die 551 Investoren, die 2011 weltweit hinter dem CDP stehen, fordern jährlich weltweit Unternehmen auf, ihre CO2-Emissionen und Strategien im Umgang mit dem Klimawandel offen zu legen. Das Carbon Disclosure Project (CDP) hat basierend auf den Angaben der Unternehmen das weltweit größte, frei verfügbare Emissionsregister zu unternehmensbezogenen CO2-Emissionen aufgebaut. Auf einer Internetseite werden die von den Unternehmen freigegebenen Antworten für alle Interessierten bereitgestellt. Die unterstützenden Investoren erhalten Zugang zu allen Antworten. Sie sollen so in die Lage versetzt werden, die unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels für Unternehmen, z.B.: Preisrisiken für Zertifikate, direkte Wetterrisiken, steigende Energiepreise und die Qualität der entsprechenden Strategie in ihre Investitionsentscheidungen einzubeziehen. Das CDP hat sich mittlerweile über das Investoren CDP in Bereiche wie Supply Chain, Städte, Mittelstandsfokus und Wasser-Transparenz weiterentwickelt. 2011 wurden neben den größten 200 börsennotierten Unternehmen erstmals kombiniert auch die 50 größten österreichischenim gleichen Verfahren angeschrieben.

Die Teilnahme am Carbon Disclosure Project (CDP) ist noch immer freiwillig. Da es bisher keine verpflichtende Klimaberichterstattung für Unternehmen gibt, füllt das CDP hier nach Meinung des WWF Deutschland eine wichtige Lücke. In Deutschland ist das CDP seit 2006 aktiv. Seitdem unterstützt der WWF Deutschland das CDP als strategischer Partner.  

Ergebnisse 2011: Reduktionsziele nicht ausreichend und Konsistenz der Strategien zu verbessern – Antwortqualitäten verbessern sich.

Laut dem Bericht des Carbon Disclosure Project haben nur 48 Prozent der Unternehmen Reduktionsziele, Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Schwerpunkte damit zugunsten der Intensitätsziele verschoben (von 38% aller Fälle auf 56%). Vergleichende Analyse von Unternehmen auf Basis der von ihnen berichteten Emissionsziele ist nach wie vor schwierig und die gesetzten Ziele unterscheiden sich sehr bzgl. der Laufzeiten über das Jahr 2015 hinaus.

Auf vergleichbarer Basis lässt sich ein mittleres absolutes Reduktionsziel von insgesamt lediglich 1,3% der aktuellen Emissionen (Scope 1-3) ableiten. Das reicht natürlich bei weitem nicht, um die durch das 2-Grad-Ziel implizierten -80% bis 2050 (-2,65% p.a.) zu schaffen. Die angeführten Maßnahmen der Unternehmen stehen mit einen durchschnittlicher Planungshorizont mit nur 3,1 Jahren in einem auffälligen Missverhältnis zum Planungshorizont auf klimapolitischer Ebene. Nötig wären gemittelt weltweit deutlich über 2,5 Prozent jährlich, um die Emissionen in den Industrieländern bis zum Jahr 2050 insgesamt um 80 Prozent zu senken. Der Weltklimarat betont, dass der gefährliche Klimawandel, der bei einer Erwärmung um mehr als zwei Grad gegenüber vorindustriellen Werten befürchtet wird, nur durch Emissionsminderungen der Industrieländer von 80 bis 95 Prozent bis 2050 verhindert werden kann.

91 Unternehmen (73%) gaben an, im Berichtsjahr Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen entweder ergriffen oder aber zumindest geplant zu haben (Vorjahr 59 Unternehmen, 52%). Dem markanten Anstieg der Anzahl berichteter Einzelmaßnahmen (von 251 auf 438) steht ein sehr deutlicher Rückgang der Investitionen in Reduktionsmaßnahmen (-88% auf 3,3 Mrd. €) und der erwarteten jährlichen Reduktionsvolumina (-67% auf 428 Mio. €) gegenüber. Stark von methodischen Faktoren beeinflusst, gleichwohl nicht im Widerspruch zu dem gewonnenen Eindruck, dass die Unternehmen zu wenig tun, um ihren Beitrag zur Erreichung des 2-Grad-Ziels zu leisten.

Insgesamt hat sich gezeigt, dass ein Trend hin zu einer breiteren Verankerung des Klimawandelthemas in den Anreizsystemen der Unternehmen besteht. Besondere. Transparenz bleibt allerdings insofern stark eingeschränkt, da praktisch keine Informationen über das Gewicht der eingesetzten „Klima-Anreize“ im Gesamtvergütungskontext vorliegen.

Zweiklassengesellschaft: nach wie vor große Unterschiede in der Vollständigkeit und Qualität der Berichterstattung zwischen KMU auf der einen Seite und großen Unternehmen auf der anderen Seite; der Abstand wir jedoch geringer: so stieg z.B. der mittlere Disclosure Score im SDAX mit 30,5% im Vergleich zum Vorjahr deutlich stärker als im DAX mit 8%.  

Weitere Informationen

finden sie auf der Webseite des Carbon Disclosure Projects