Die Arktis - wichtigste Region der Welt für unser Klima

- Dr. Martin Sommerkorn © Timm Christmann / WWF
„Die Arktis ist der Kühlschrank unserer Erde“, sagt Martin Sommerkorn, deutscher Wissenschaftler beim WWF-Arktisprogramm, der den Jugendlichen auf der Tour mit seinem Fachwissen zur Verfügung stand. „Die wärmere und feuchtere Luft aus den Gegenden in der Nähe des Äqutors wird in der Arktis abgekühlt. So reguliert das Eismeer am Nordpol auch unser Klima in Europa.“
Doch dazu wird die Arktis in Zukunft immer weniger in der Lage sein. Schon jetzt hat sich die Region hoch im Norden unseres Planeten, die ein Sechstel der Fläche unseres Planeten umfasst, fast doppelt so stark erhitzt wie der Rest der Welt. Diese Erwärmung geht zur Hälfte auf die verstärkte Zufuhr warmer Luft aus südlichen Breiten zurück. Für die andere Hälfte sind Vorgänge in der Arktis selber verantwortlich.
Dramatisch ist vor allem der Rückgang des Packeises im Sommer und damit des so genannten Albedo-Effekts. Die weißen Eisflächen der Arktis reflektieren normalerweise 90 Prozent der einfallenden Sonnenstrahlung zurück ins All. Doch da immer weniger Eis das Meer bedeckt, entstehen dunkle Meeresflächen, welche die Wärme absorbieren und so eine zusätzliche Eisschmelze bewirken. Ein sich stetig selbst intensivierender Prozess mit fatalen Konsequenzen, der in den vergangenen zwei Jahren neue Rekorde mit sich brachte. 2007 ging das Packeis im Sommer um 39 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der letzten 30 Jahre zurück.
Martin Sommerkorn zeigt sich daher alarmiert: „Die Meereisforscher lagen falsch. Ihre Modelle haben das Tempo der Eisschmelze drastisch unterschätzt.“ Vor allem der Verlust an fünf bis zehn Jahre altem Packeis treibt dem WWF-Experten Sorgenfalten auf die Stirn. „Wir haben seit dem letzten Sommer in der Arktis fast nur noch junges Eis von ein bis zwei Jahren. Das alte, stabile Eis ist fast völlig verschwunden. Im Unterschied dazu schmilzt der größte Teil des einjähriges Eises während eines arktischen Sommers.“


