Bioenergie aus Raps. © WWF-Canon / Stefane Mauris
Getreideernte im großen Stil © WWF / Frank Mörschel

 

Agrarrohstoffe und Weltmärkte

Landwirtschaft im Spannungsfeld: Klimawandel-Welternährung-Naturschutz

Die Hauptaufgabe der Landwirtschaft ist über Jahrtausende hinweg die Ernährung der Menschheit gewesen. Doch in Zeiten des Klimawandels und des dramatischen Rückgangs der biologischen Vielfalt haben sich auch andere Aufgaben als Bestandteile einer nachhaltigen Landbewirtschaftung etabliert.

Die Landwirtschaft verursacht, ebenso wie Industrie und der Verkehrssektor, große Mengen an klimaschädlichen Gasen (hauptsächlich Lachgas und Methan) und trägt bis zu 14 Prozent zum globalen Klimawandel bei. Gleichzeitig hat es vor allem auf der Nordhalbkugel, aber auch in Südamerika und Süd-Ost-Asien, im Zuge der Umstellung zur industriellen Landwirtschaft viele negative Einflüsse auf die Umwelt und Artenvielfalt gegeben. Zugespitzt wird die Situation zusätzlich durch die stark steigende Weltbevölkerung, die bis zum Jahr 2020 von derzeit etwa. 6,7 Milliarden auf rund 8 Milliarden anwachsen wird  und somit eine steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln unsausweichlich macht.

Die Herausforderung liegt nun darin, die verschiedenen Aspekte und Interessen in der Landwirtschaft so  umzusetzen, dass sowohl die Belange der Menschheit als auch der Natur berücksichtigt und in Einklang gebracht werden. Eine Landnutzung auf Kosten der Umwelt stellt keine Lösung dar und wird sich langfristig nachteilig für alle auswirken.

Die Nachfrage steigt – Landnutzung dehnt sich aus

Immer mehr Menschen stellen ihre Nahrung auf größere Mengen an Milch- und Fleischprodukte um, ein Bestandteil des Futters für die Tiere ist meist Soja aus Südamerika. Immer öfter wird umweltschädliches Palmöl in Europa verstromt und in der Waschmittel- und Kosmetikindustrie eingesetzt. Immer höher sind die Weltmarktpreise in den vergangenen Jahren gestiegen und haben einen immensen Druck auf unerschlossene Ökosysteme ausgeübt.

Die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Produkten ist gewachsen und wird es auch in Zukunft weiter tun. Eine Erschließung neuer Flächen ist somit unausweichlich.

Was aber beeinflussbar ist, ist die Wahl der neuen Agrarstandorte und die Bewirtschaftungsweise eben dieser Gebiete. Hier versucht der WWF einzugreifen.

Produktion steigern - aber verantwortungsvoll

Der WWF setzt sich  für den Erhalt bedrohter Ökosysteme ein, Insbesondere muss die unkontrollierte Rodung großer Teile der letzten intakten Regenwälder für land- und forstwirtschaftliche Zwecke gestoppt und in ein nachhaltiges Landnutzungssytem überführt werden.

Ein Instrument, das vom WWF, neben Schutzgebietsausweisungen  [i5] und  Projekten vor Ort[i6]  unterstützt wird, sind Zertifizierungssysteme wie der „Roundtable on Sustainable Palmoil“(RSPO) oder der „Roundtable on Responsible Soy“(RTRS).

Durch die Einrichtung von einheitlichen und global gültigen Nachhaltigkeitsstandards kann,ein Schritt in die richtige Richtung gegangen werden und die Produktion in nachhaltigere Rahmen gelenkt werden.

Kontakt

Robert Krups, Agrarpolitik
Tel.:030 308742-29
E-Mail schreiben