Position des WWF Deutschland zur Gentechnik

Baseler Kriterien für Soja-Anbau entwickelt

Sojabohnen. © Anton Vorauer / WWF
Sojabohnen. © Anton Vorauer / WWF

Wie sich gentechnisch veränderte Organismen (GVO) auf die Umwelt auswirken, ist aus Sicht des WWF bislang nicht geklärt. Deshalb lehnt der WWF Deutschland Gentechnik-Organismen ab. Sie sollten so lange nicht eingesetzt werden, bis wissenschaftliche Untersuchungen eindeutig belegen, dass von ihnen keine Gefahr für unsere Ökosysteme ausgeht.

Viele Länder bauen jedoch bereits gentechnisch veränderte Organismen an, beispielsweise Sojapflanzen. Dies hat Auswirkungen auf die dortigen Ökosysteme. Um besser abschätzen zu können, was durch den Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen geschieht, forciert der WWF Niederlande derzeit eine wissenschaftliche Debatte, die über eine reine Pro- und Contra-Argumentation hinausgehen soll. Damit unterstützt der WWF jedoch keinesfalls die Gentechnik. Vielmehr geht es darum, die Folgen der Gentechnik für die Natur besser zu verstehen.

Besonders der Anbau gentechnisch veränderter Sojapflanzen schreitet stark voran. Der WWF hält dem die so genannten Baseler Kriterien entgegen, die er 2004 entwickelt hat. Soja nach den Basler Kriterien ist garantiert gentechnikfrei und hält darüber hinaus weitere soziale und ökologische Standards ein. So dürfen Wälder (so genannte Primärvegetation) und Flächen mit hohem Schutzwert nicht in Soja-Ackerland um-gewandelt werden. Beim Anbau müssen Boden- und Wasserqualität gesichert sein, Kinder- und Zwangsarbeit ist verboten, die Löhne sind gerecht. Unabhängige Kontrollen stellen dies sicher.

Seit 2005 engagiert sich der WWF auch beim Runden Tisch für verantwortungsvolle Soja (Roundtable on Responsible Soy, RTRS). Ziel ist es, gemeinsam mit der Industrie ein weltweites Zertifizierungssystem für nachhaltigen Anbau aufzubauen. Derzeit werden die Kriterien einem öffentlichen Konsultationsprozess unterzogen, an dem sich jeder – auch Privatpersonen – unter www.responsiblesoy.org beteiligen kann. Noch ist nicht entschieden, welche Rolle gentechnikfreie Soja beim RTRS-Standard spielen wird. Doch der WWF arbeitet intensiv daran, dass diese Entscheidung zugunsten der Gentechnikfreiheit ausfällt. 

Kontakt

WWF-Pressestelle

Astrid Deilmann

Tel.: 030 - 30 87 42 22

E-Mail schreiben