Abwechslungsreiche Agrarlandschaften sind in Europa keine Selbstverständlichkeit mehr. © CC
Abwechslungsreiche Agrarlandschaften sind in Europa keine Selbstverständlichkeit mehr. © CC

Vielfalt statt Einfalt

Landwirtschaftliche Intensivierung hat Tier- und Pflanzenarten aus der Kulturlandschaft vertrieben: Zeit für eine Rückbesinnung

Unsere traditionelle, mosaikartige Kulturlandschaft entstand erst durch jahrhundertelange landwirtschaftliche Bewirtschaftung: von Hecken gesäumte Felder, Baumreihen und Ackerraine, auf denen eine Vielzahl von Feldfrüchten angebaut wurden.
Solch eine abweschlungsreiche Landschaft bot vielen Tieren und Pflanzen einen attraktiven Lebensraum. Heute jedoch sind abwechslungsreiche Agrarlandschaften, in denen sich Feldhase, Rebhuhn und Storch wohlfühlen, in Europa keine Selbstverständlichkeit mehr.

In den letzten fünfzig Jahren wurde die Landwirtschaft im großen Maße intensiviert: der Einsatz von Maschinen, Pflanzenschutzmitteln, Unkrautvernichtungsmitteln und Düngern nahm stark zu. Das brachte immer höhere Ernteerträge. Zugleich jedoch wurde die Landschaft durch die intensive Art der Bewirtschaftung so stark verändert, dass viele Tier- und Pflanzenarten ihren Lebensraum in der Agrarlandschaft verloren. Heute gehört die Landwirtschaft zu den größten Bedrohungsfaktoren für die Artenvielfalt in Europa. Ursprünglich im ländlichen Raum weit verbreitete Arten stehen inzwischen auf der Roten Liste.

"Alte Bekannte" zu "neuen Freunden" machen

Moderne Landwirtschaft zeichnet sich nach Ansicht des WWF dadurch aus, die Bevölkerung mit gesunden Nahrungsmitteln zu versorgen und zugleich die über Jahrhunderte gewachsene, artenreiche Kulturlandschaft zu erhalten. Jedem Einzelnen von uns kommt die Verantwortung zu, eine solche Art der Landwirtschaft politisch zu fordern und zum Beispiel durch den Kauf von Lebensmitteln aus ökologischem Landbau zu unterstützen.
Dort, wo der ländlichen Lebensraum seine Vielfalt bewahrt hat, sind sie auch noch zu Hause-die alten Bekannten unter den Tier- und Pflanzenarten wie der Feldhase oder Klatschmohn. Und dort, wo wieder Hecken, Feldgehölze und bunte Ackerränder wachsen können, kehren sie allmählich zurück. Auf den nachfolgenden Seiten stellen wir sie Ihnen vor.