Feldrittersporn
Consolida regalis (Hahnenfußgewächse)

- Feldrittersporn. © Leo Michels
Seit 1850 ist die so genannte Ackerbegleitflora, zu der auch der Feldrittersporn zählt, um 90 Prozent zurückgegangen. In den letzten 50 Jahren wurde der Lebensraum Acker durch immer intensiveren Anbau für diese Pflanzen weitgehend unbewohnbar. Felder werden immer seltener durch die schönen violetten und dunkelblauen Blüten dieses Hahnenfußgewächses aufgelockert. Inzwischen wurde der Rittersporn in die „Rote Liste der gefährdeten Pflanzen Deutschlands“ als „gefährdet“ aufgenommen.
Merkmale
Der Feld- oder auch Ackerrittersporn gehört zu den Hahnenfußgewächsen und hat die dafür typischen fiedrigen Blätter. Er ist einjährig, wird bis zu 40 Zentimeter hoch und blüht von Mai bis September. Namensgebend ist der nach hinten heraus stechende Sporn an den blauvioletten Blüten. Der Feldrittersporn zeigt mit seiner Standortwahl Wärme und relative Trockenheit an.
Früher wurde der Aufguss der blühenden Pflanze als harn- und wurmtreibendes Mittel und gegen Entzündungen eingesetzt. Die Pflanze hat allerdings auch giftige Inhaltsstoffe, die sich vor allem im Samen finden. Heutzutage wird sie deshalb nur noch gelegentlich in der Homöopathie eingesetzt.
Lebensraum
Der Feldrittersporn bevorzugt gemäßigtes Klima. In Deutschland ist er zwischen Main und Donau flächendeckend verbreitet, kommt aber auch im ganzen Bundesgebiet vor. Er wächst in kleinen Gruppen oder einzeln und wird von Insekten bestäubt.
Der Feldrittersporn gehört zu den Ackerwildkräutern und ist in der Lage, auch ohne optimale Licht- und Wärmeverhältnisse mit Kulturpflanzen wie Getreide auf stark gedüngten Flächen zu konkurrieren. Deshalb wurde er als „Unkraut“ heftig bekämpft.
Bedrohungsfaktoren
Seit den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts nehmen die Ackerwildkräuter aufgrund der zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft ab. Die Ablösung mechanischer durch chemische Unkrautbekämpfung, verbunden mit großflächiger Flurbereinigung, hatte ein rapides Absinken der Artenzahl zur Folge.
Lösungsansätze
Eine Möglichkeit, dem Feldrittersporn ein Stück seiner ursprünglichen Heimat zurückzugeben, ist das Anlegen von Ackerrandstreifen, die der Landwirt nicht düngen und nicht mit Pestiziden behandelt. Landwirte, die sich dazu bereit erklären, erhalten für diese Maßnahme im Rahmen der Agrarumweltprogramme Ausgleichszahlungen.
Ausblick
Um gefährdete Ackerwildkräuter, wie den Feldrittersporn zu erhalten, ist eine möglichst dauerhafte extensivierte Ackerbewirtschaftung notwendig. Die Anlage von Ackerrandstreifen ist ein kleinräumiger, guter Ansatz, um das Überleben der Wildkräuter zu garantieren. Ideal wäre aber eine großräumige Vernetzung von Lebensräumen durch artenreiche Wildkräuterstreifen.

