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Von Mai bis Juni erscheinen die hauchdünnen scharlachroten Blüten des Klatschmohns. © CC
Von Mai bis Juni erscheinen die hauchdünnen scharlachroten Blüten des Klatschmohns. © CC

Wildkraut oder Unkraut?

Pflanzen auf bewirtschafteten Äckern und Wiesen

Schon diese beiden üblichen Bezeichnungen zeigen, aus welch’ unterschiedlichem Blickwinkel Klatschmohn, Kornblume oder Kornrade betrachtet werden können. Seit rund 5.000 Jahren wachsen diese und andere Wildpflanzen neben den angebauten Kulturpflanzen auf Ackerflächen. Sie wurden und werden als Unkräuter bekämpft, weil sie Konkurrenten der Kulturpflanzen um Licht, Wasser und Nährstoffe sind. Ansichtssache: Für viele Schmetterlinge etwa sind gerade sie Nahrungsgrundlage oder Lebensort. Und wir alle schätzen auf unseren Landspaziergängen die Schönheit reifender Getreidefelder, in denen knallroter Klatschmohn und zartblaue Kornblumen um die Wette blühen.

Nahrungsgrundlage für viele Tiere

Von den rund 300 verschiedenen Ackerwildkräutern in Deutschland sind etwa 100 Arten gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Von jeder Art hängen im Durchschnitt zwölf pflanzenfressende und blütenbesuchende Tierarten ab, von denen sich wiederum weitere Tierarten wie beispielsweise das Rebhuhn oder der Kiebitz ernähren. Durch das Verschwinden der Ackerwildkräuter wird deshalb die Grundlage ganzer Nahrungsnetze vernichtet. Auch vielen Insekten, Käfern oder Würmern, die dem Landwirt nützlich sind, weil sie Pflanzenschädlinge fressen, wird durch das Zurückdrängen der Ackerbegleitflora die Nahrungsgrundlage entzogen.

Was hilft den Ackerwildkräutern?

Einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung von Ackerwildkräutern können nach Meinung des WWF die Agrarumweltprogramme leisten. Wenn ein Landwirt etwa auf seinem Feld keine Pflanzenschutz- und Unkrautvernichtungsmittel einsetzt, kann neben Weizen dort auch der Ackerrittersporn wachsen. Allerdings geht dann auf diesem Feld der Ertrag zurück. Auch bedeutet es einen zusätzlichen Aufwand für Landwirte, Hecken zu pflanzen und zu pflegen oder unbehandelte Ackerrandstreifen anzulegen, die Ackerwildkräutern als Lebensraum dienen können.

Das Grundprinzip von Agrarumweltprogrammen ist es deshalb, dass Landwirte für den zusätzlichen Aufwand beziehungsweise den verminderten Ertrag, den eine umweltgerechte Landwirtschaft mit sich bringt, entschädigt werden.

Einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Ackerwildkräuter kann auch der ökologische Landbau leisten. Durch den Verzicht auf synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel und zugleich den Einsatz vielfältiger Fruchtfolgen haben Ackerwildkräuter bessere Lebensbedingungen. Ein Aufwand, der sich in einer schönen und vielfältigen Landschaft auszahlt.


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Titel: Pflanzen

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