Dort, wo wieder Hecken und Feldgehölze wachsen können, kehren alte Bekannte allmählich zurück. © Naturfotografie-Digital.de/Gerd Rossen / WWF
Dort, wo wieder Hecken und Feldgehölze wachsen können, kehren alte Bekannte allmählich zurück. © Naturfotografie-Digital.de/Gerd Rossen / WWF

Tiere im Feld

Wie Landwirtschaft Lebensräume schafft

Viele Tiere unserer Breiten haben sich bei uns erst angesiedelt, als sich durch Rodung von Wäldern und Bewirtschaftung von Feldern eine vielfältige Kulturlandschaft bildete. Sie sicherte ein breites Deckungs- und Nahrungsangebot - für Feuchtwiesenbewohner wie Kiebitz und Brachvogel genauso wie für Singvögel wie die Feldlerche oder Kleinsäuger wie Feldhamster und Feldhase. Diese Tiere nennen Biologen daher „Kulturfolger“.

Intensive Landwirtschaft reduziert den Artenreichtum

Die heutige intensive Landbewirtschaftung schafft jedoch das Gegenteil: Zum Teil werden hohe Mengen von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln eingesetzt und nur noch wenige Kulturen (vor allem Wintergetreide, Mais, Zuckerrüben und Raps) angebaut. Die Flurbereinigung führte dazu, dass die Felder immer größer wurden und viele Hecken und Feldraine heute aus der Landschaft verschwunden sind. Damit gingen die einst vielfältigen Strukturen, die die Agrarlandschaft für viele Tiere so attraktiv machten, verloren. Insgesamt haben sich die Lebensbedingungen für Tiere des ländlichen Raums in den letzten Jahrzehnten Schritt für Schritt verschlechtert.

Was hilft den Tieren der Agrarlandschaft?

Der WWF will die Schaffung von Lebensräumen und die Förderung des Artenschutzes im ländlichen Raum voranbringen. Deshalb setzt sich die Umweltstiftung für den Ausbau von Agrarumweltprogrammen, die Förderung nachhaltiger, ländlicher Entwicklung anstatt der Subventionierung intensiv produzierter Agrarprodukte und für die Förderung des öologischen Landbaus ein.

Da Naturschutz oft mit einem höheren Arbeitsaufwand oder aber mit Ernteeinbußen verbunden ist, werden Landwirte im Rahmen der Agrarumweltprogramme für Umwelt- und Naturschutzleistungen entlohnt: Viele bedrohte Arten profitieren bereits davon. Zum Beispiel wird die Grünlandnutzung gefördert, um Lebensraum für Wiesenbrüter zu erhalten. Auch die Umwandlung von Ackerflächen in extensives Grünland wird unterstützt. Relativ artenarmes, intensiv bewirtschaftetes Ackerland kann so zu artenreichem Grünland gemacht werden, auf dem viele Wiesenbrüter gute Nistbedingungen vorfinden. Der Verzicht von Düngern und Pflanzenschutzmitteln wird ebenfalls als Agrarumweltmaßnahme angeboten.

Im ökologischen Landbau spielt der Naturschutz eine große Rolle: Es werden keine Agrochemikalien und keine schnell löslichen Stickstoffdünger eingesetzt. Deshalb zum Beispiel kommen auf Flächen, die ökologisch bewirtschaftet werden, bis zu fünfmal so viele Arten von Ackerwildkräutern und Insekten vor wie auf konventionellen Vergleichsflächen. Das Nahrungsangebot für die Tiere der Agrarlandschaft ist damit auf solchen Flächen viel höher.