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Forderungen des WWF

  1. Die Landwirtschaft braucht Klimaschutzziele: Wie für die EU insgesamt sollte auch in der Landwirtschaft eine Reduktion der Treibhausgasemissionen bei Methan und Lachgas um 30 Prozent bis 2020 (gegenüber 1990) erreicht werden.

  2. Die Landwirtschaft muss von der Politik in die Pflicht genommen werden: Dazu gehört auf der einen Seite die Integration spezifischer Ziele und Maßnahmen für die Landwirtschaft in die europäische und nationale Klimaschutzpolitik und auf der anderen Seite die Verankerung des Klimaschutzes in die Gemeinsame Agrarpolitik.

  3. Mehr Klimaschutz in der Agrarpolitik: Die Anforderungen von Cross-Compliance (Zahlungen an die Landwirte sind an die Einhaltung von Vorschriften geknüpft, z. B. im Bereich Umwelt oder Lebensmittelsicherheit) richten sich vor allem auf den Bodenschutz. Zielsetzung und Anforderungen im Rahmen von Cross-Compliance müssen aber auch dem Klimaschutz Rechnung tragen. Die Belange des Klimaschutzes sollten außerdem in die Zielsetzung und in den spezifischen Förderkonditionen des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER) verankert werden. Auch das „Einzelbetriebliche Investitionsförderprogramm für die Landwirtschaft“ sollte besser auf den Klimaschutz hin ausgerichtet werden. Die EU-Kommissarin für Landwirtschaft, Mariann Fischer Boel, und die nationalen Agrarminister haben es in der Hand, gleich mehrere Weichen für den Klimaschutz zu stellen.

  4. Ökologischen Landbau verstärkt fördern: Der ökologische Landbau ist nachweislich klimafreundlicher als eine konventionelle Bewirtschaftung – unter anderem durch die höhere Kohlendioxidbindung im Boden (bessere Bodenstruktur) oder den vergleichsweise niedrigeren Energieverbrauch. Jedoch anstatt den ökologischen Landbau vermehrt zu unterstützen, wurden die Fördergelder zurückgefahren. Da erstaunt es nicht, dass die Kluft zwischen dem boomenden Biomarkt und dem ökologischen Landbau immer größer wird. Der ökologische Landbau sollte daher eine ausreichende finanzielle Unterstützung erhalten.

  5. Erneuerbare Energien aus der Landwirtschaft fördern: Über die anaerobe Vergärung von tierischen Exkrementen in Biogasanlagen könnten die Methan- und Lachgasemissionen deutlich verringert werden. Die Verwertung von Wirtschaftsdünger sollte im Erneuerbare Energien-Gesetz verstärkt berücksichtigt werden. Dringend notwendig ist die Einführung von Nachhaltigkeitsstandards für die Produktion von Biomasse, um negative Umwelteffekte auf Boden, Wasser und Luft zu vermeiden. Neben der Überprüfung gesetzlicher Anforderungen sind freiwillige Zertifizierungssysteme anzustreben, insbesondere für importierte Bio-Rohstoffe.

  6. Emissionssteuer: Mittelfristig sollte eine Emissionssteuer für Methan und Lachgas eingeführt werden, um einen signifikanten Rückgang der Emissionen zu gewährleisten.

  7. Emissionshandel: Handelbare Emissionsrechte für die Landwirtschaft sind prinzipiell möglich, wie das Beispiel Neuseeland zeigt. Ob die Landwirtschaft langfristig in das Emissionshandelssystem einbezogen werden sollte, müsste überprüft werden.

  8. Verbraucher: Es fehlt an ausreichenden Informationen für Verbraucher. Die Öffentlichkeit sollte über die Klimaeffekte der Agrarproduktion genauso aufgeklärt werden wie über den „CO2-Rucksack“ von Lebensmitteln.

Drei einfache Tipps für Verbraucher

© WWF / Frank Moers
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  • Bewusster Fleisch verzehren: Entweder solches aus Bioanbau bevorzugen oder den Verbrauch reduzieren.
  • Wo möglich, regionale Produkte bevorzugen.
  • Wo möglich, Produkte aus dem ökologischen Landbau wählen.