© Jürgen Freund / WWF-Canon
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Fischerei

Umwelt muss zum Herzstück der Fischereipolitik werden 

Die Gewässer der Europäischen Union gehören zu den überfischtesten weltweit – Ergebnis einer über Jahrzehnte verfehlten Fischereipolitik. Die im Jahr 2013 anstehende Reform der „Gemeinsamen Fischereipolitik“ (GFP) der Europäischen Union muss Lösungen finden, um eine langfristig ökologisch und ökonomisch tragfähige Fischerei zu ermöglichen und zu fördern.

Dabei liegen die Herausforderungen nicht nur vor unserer eigenen Haustür – die europäische Flotte hat erheblichen Einfluss auf die Ozeane weit weg von zu Hause. Eine Handvoll Fischereinationen aus der EU fangen heute Fisch in fernen Gewässern von Entwicklungsländern wie zum Beispiel vor Westafrika. So wird derzeit das Problem der Überfischung einfach exportiert.

Ein starker politischer Wille ist gefragt, um diese Probleme zu lösen. Die Fischerei kann dauerhaft nur bestehen, wenn die Umwelt zum zentralen Thema in deren Management wird. Nur eine nachhaltige Fischerei kann unsere Meere gesund und die Ressource Fisch langfristig erhalten. Der WWF mit seinem gesamten europäischen Netzwerk hat sich der Umsetzung dieses Ziels verschrieben.

Bewusster Fisch kaufen

Ein zentraler Beschleuniger auf dem Weg zur nachhaltigen Fischerei sind die Verbraucher. Indem wir fragen, woher der Fisch kommt, den wir kaufen, und uns aktiv für nachhaltig gefangenen Fisch entscheiden, verändert sich das Angebot – langsam aber sicher – und damit auch die Fischereipolitik. So haben Verbraucher die Möglichkeit, die Plünderung der Ozeane zu stoppen.

Immer mehr Verbraucher sind sich der Fischereikrise bewusst  und fragen Produkte aus umweltverträglichen Fischereien nach.  Der WWF arbeitet mit starken Partnern daran, das Angebot an umweltverträglich gefangenen Fischprodukten auf dem Markt zu erhöhen. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit dem Marine Stewardship Council (MSC): Die internationale Organisation vergibt ein Umweltsiegel für wild gefangenen Fisch. Dieses MSC-Siegel signalisiert dem Verbraucher, dass es sich um ein Produkt aus garantiert umweltverträglich bewirtschafteter Fischerei handelt. Eine Erfolgsgeschichte: Mittlerweile gibt es MSC-Produkte bereits in jedem namhaften Supermarkt.

Das Angebot an MSC-zertifizierten Produkten steigt in Deutschland stetig an. Tatsächlich gibt es nirgends auf der Welt mehr Produkte mit dem MSC-Siegel zu kaufen als hier in Deutschland. Damit Sie bei dem übrigen Fischangebot nicht im Dunkeln tappen, empfiehlt der WWF seinen "Einkaufsratgeber Fische & Meeresfrüchte", der konkret Fischarten wie den Seelachs nennt, die man guten Gewissens kaufen kann, weil ihre Bestände derzeit in einem guten Zustand sind. Wir aktualisieren den Einkaufsratgeber entsprechend neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse regelmäßig – immer mal wieder reinschauen lohnt sich.

Diese Sicherheit brauchen Verbraucher auch für Produkte aus Aquakultur. Der WWF arbeitet derzeit am Aufbau eines weiteren Umweltsiegels des Aquaculture Stewardship Council (ASC), welches die Erfolgsgeschichte des MSC im Bereich der Fischzucht fortschreiben soll.

Kontakt

Internationales WWF-Zentrum für Meeresschutz
Tel.: 040 530200-333
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