Internationale Walfang-Kommission endet mit Desaster

Bilanz der 60. Jahrestagung der IWC vom 23. bis 27. Juni 2008 in Santiago de Chile

„Für den Schutz der Wale sind nicht einmal homöopathische Fortschritte erzielt worden“, zieht Volker Homes vom WWF Deutschland ein ernüchterndes Fazit. Die unterschiedlichen Positionen von Walfanggegnern und -befürwortern sind so festgefahren, dass sich die Kommission lediglich drauf verständigt hat, keine Beschlüsse zu fällen. mehr >>

Die sanften Riesen brauchen mehr Schutz

Viele Walarten sind – trotz des Moratoriums (Fangstopp) für alle Großwalarten seit 1986 – nach wie vor in ihrem Bestand bedroht. Aus unterschiedlichen Gründen:

Verschmutzte Meere, veränderte Lebensräume, das Ertrinken in Fischernetzen, in denen sie als Beifang enden, das Überfahren durch Schiffe und der Klimawandel setzen ihnen zu.

Einmal jährlich tagt die IWC in einem ihrer mittlerweile 80 Mitgliedstaaten, um über das Schicksal der Wale zu entscheiden. Auf Grund der starken Bejagung in der Vergangenheit  und damit der drastischen Dezimierung vieler Walbestände wurde 1982 ein Walfangmoratorium auf Großwale verabschiedet, was 1986 in Kraft trat. Mit diesem Verbot kam der kommerzielle Walfang kurzfristig zum Erliegen. Derzeit sind nur noch drei Länder der Nordhalbkugel wirklich am kommerziellen Fang von Großwalarten interessiert: Japan, Norwegen und Island. Zahlreiche vor allem sich entwickelnde Länder unterstützen die Position der Walfangländer, ohne jedoch echtes Interesse am Walfang zu haben.

Die 60. Jahrestagung der IWC wurde vom 23. bis 27. Juni in Santiago de Chile in Chile abgehalten. Der WWF befürchtete eine Konferenz ohne durchgreifende Änderungen mit vielen Diskussionen und wenig Entscheidungen für den Walschutz. Wir waren daher mit einer internationalen Delegation auf der IWC vertreten, um für den Walschutz einzutreten.

Die für den WWF wichtigen Themen sind unter anderem die Veränderung der Lebensräume der Wale durch den Klimawandel und das Schlupfloch des wissenschaftlichen Walfangs. Japan und Island untergraben das Walfangmoratorium, indem sie Wale zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken töten. Alle namhaften Walforscher zweifeln aber an, dass diese Wissenschaft bedeutende Erkenntnisse bringt. Trotzdem werden für diese „Untersuchungen“ jährlich  hunderte von Großwalen getötet. Immer wieder versucht Japan auch einen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Wale und den weltweit zurückgehenden Fischbeständen herzustellen. Der WWF hat zusammen mit anderen Organisationen auf der diesjährigen IWC Berichte veröffentlicht, die diesen Zusammenhang widerlegen und darauf aufmerksam machen, dass einzig die zu großen Fischfangflotten des Menschen den Zusammenbruch der Fischbestände bewirken.