Ramsar-Resolution: Mehr Strategien gegen Klimawandel und Landnutzung gefordert

Ergebnisse der 10. Vertragsstaatenkonferenz 2008 in Südkorea zum Schutz und zur Erhaltung von Feuchtgebieten

Donaudelta. © WWF-Canon /Anton Vorauer
Donaudelta. © WWF-Canon /Anton Vorauer

Am 4. November 2008 ging in Changwon in Südkorea die im dreijährigen Turnus stattfindende Vertragsstaatenkonferenz der Ramsar-Konvention zu Ende. In den Verhandlungen stimmten Vertreter von 158 Staaten über 32 Resolutionsentwürfe ab und diskutierten eine Zahl von wichtigen Maßnahmen für den Feuchtgebietsschutz.

Bereits auf der Eröffnung der Konferenz am 28.10.2008 forderte der Generalsekretär der Ramsar-Konvention Anada Tiega stärkere Partnerschaften zu Ökosystemdienstleistungen, zu Ernährungs- und Energiesicherheit sowie Klimawandel.

Entsprechend dem Motto der Konferenz „Healthy Wetlands, Healthy People“ gehörte eine Resolution zu den Verbindungen zwischen Feuchtgebieten und gesundheitlichen Aspekten zum Verhandlungspensum. Kernpunkte bildeten instrumentelle Grundlagen zur Erhaltung natürlicher Ökosysteme. Diskutiert wurden auch die Herausforderungen auf der sozialen und ökonomischen Seite –  insbesondere bei der Armutsbekämpfung oder durch zunehmende Verstädterung. Besonders umfangreiche Verhandlungen gab es zu den Resolutionen zu Nutzung von Biokraftstoffen und zu notwendigen Anpassungsmaßnahmen im Zuge des Klimawandels.

Der WWF machte den Regierungen gegenüber deutlich, wie wichtig ein Handeln zum Schutz der Feuchtgebiete ist. Gerade der Klimawandel erfordert nachhaltige Strategien für größere Wasserspeicher, Transfers und Energiegewinnung aus Wasserkraft und Biokraftstoffen. Das wurde von Seiten der Regierungen erkannt. Dementsprechend verankerten sie in ihren Resolutionen entsprechende Verpflichtungen. Zu den grundsätzlichen Entscheidungen gehört die Stärkung regionaler Initiativen in den Hochlagen der Anden, in afrikanischen Flusseinzugsgebieten, im Himalaja und im Mittelmeergebiet. Hinzu kommt die Förderung neuer Initiativen wie beispielsweise im Flusseinzugsgebiet des Amur-Heilong in Russland und China.

In den Verhandlungen zum besseren Feuchtgebietsmanagement unterstützte der WWF die Anwendung bereits entwickelter Instrumente zur Anleitung von Feuchtgebietsmanagern, zur Bewertung eines erfolgreichen Managements sowie auch zur politischen Lobbyarbeit zur Rettung bedrohter Feuchtgebieten von herausragender Bedeutung.

In der abschließenden „Changwon-Erklärung“ stimmten die Staaten überein, dass es den sich  gefährlich beschleunigenden Trend zu „großen Veränderungen bei der Landnutzung, der Umleitung von Wasser sowie der Infrastrukturentwicklung“ aufzuhalten gelte und die Feuchtgebiete als Grundlage menschlichen Wohlstands zu erhalten sein.

Ramsar-Award an WWF-Experten

Der im Rahmen der Vertragsstaatenkonferenz in drei Kategorien (Wissenschaft, Umweltbildung und Management) verliehene Ramsar-Award ging in diesem Jahr in der Kategorie Management an Denis Landenbergue aus dem Fachbereich Süßwasser bei WWF International. Damit wird sein Engagement zur Unterschutzstellung von über 90 Millionen Hektar Feuchtgebietsschutzgebieten weltweit ebenso gewürdigt wie seine Bemühungen zur Verbesserung von Feuchtgebietsstrategien und des Feuchtgebietsschutzgebietsmanagements in Entwicklungsländern.

Im Rahmen der Konferenz wurde auch ein weiteres Ramsar-Schutzgebiet in Deutschland und Frankreich ausgewiesen: das grenzübergreifende Gebiet „Oberrhein/ Rhin superieur“ mit einer Fläche von insgesamt knapp 50.000 Hektar von Weil am Rhein im Süden bis nach Karlsruhe im Norden.