© WWF
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WWF-Rückblick: Erfolge für die Natur 2009

Dank der Unterstützung tausender von Menschen konnte der WWF Deutschland rund um den Globus richtig viel bewegen – in Südamerika, in Europa, in Afrika und in Asien! Ein herzliches Dankeschön an alle Förderinnen und Förderer, die dies möglich machten! Hier eine Auswahl unserer Erfolge.

Gelbbrustara. © Zig Koch / WWF
Gelbbrustara. © Zig Koch / WWF

Amazonasbecken, März 2009: Sechs neue, wertvolle Schutzgebiete ausgewiesen

Unsere Amazonas-Arbeit trägt erneut Früchte: So konnten weitere 2,3 Millionen Hektar üppiger Regenwald vor der Vernichtung bewahrt werden! Die neuen Schutzgebiete liegen in der brasilianischen Amazonas-Region, entlang der Bundesstraße zwischen Manaus und Porto Velho, nördlich des Juruena-Apuí-Schutzgebietsgürtels. Zusammen mit sechs Zonen, die hier dank WWF-Engagement bereits 2008 ausgewiesen wurden, können jetzt rund 7,8 Millionen Hektar einer Schatzkammer unseres Planeten erhalten und eine “natürliche Barriere” gebildet werden. Sie soll die Entwaldung entlang der Bundesstraße, die ausgebaut wird, verhindern.

Waldelefanten. © Michel Gunther / WWF
Waldelefanten. © Michel Gunther / WWF

Kongobecken, Mai 2009: Rekord bei FSC-Zertifizierung und Startschuss für ein neues Schutzgebiet

Der WWF setzte die bislang größte FSC-Zertifizierung im Kongo-Becken durch: eine Million Hektar Wald! Dies ist die beste Vorraussetzung, um wertvolle Wälder mit seltenen Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Denn der FSC (Forest Stewardship Council) ist das einzige internationale Zertifizierungs- system, das eine umweltverträgliche, wirtschaftlich tragfähige und sozial verantwortliche Waldbewirtschaftung garantiert – und die Verwendung von Holz aus illegalem Einschlag ausschließt.

Parallel dazu wurde mit Planung, Einrichtung und Management des Schutzgebietes “Ngiri Triangle” in der Demokratischen Republik Kongo begonnen, das der WWF initiiert hatte. Mit rund 300.000 Hektar ist es eines der größten tropischen Feuchtgebiete und Lebensraum für Bonobos, Schimpansen und Waldelefanten.

Auch auf Betreiben des WWF verpflichtete sich die Demokratische Republik Kongo, 15 Prozent des Landes unter Schutz zu stellen, das bedeutet 15 Millionen Hektar neue Schutzgebiete. Der WWF hat inzwischen damit begonnen, die wichtigsten Gebiete im großen Stil zu untersuchen und detaillierte Schutzpläne zu entwickeln.

Kegelrobbe. © Hans Ulrich Rösner / WWF
Kegelrobbe. © Hans Ulrich Rösner / WWF

Wattenmeer, Juni 2009: Traumhafter Erfolg – Anerkennung als Weltnaturerbe durch die UNESCO

Das Naturwunder an der Nordseeküste ist das größte zusammenhängende Wattengebiet unserer Erde. Vom Schutz dieses Lebensraumes profitieren neben Meeressäugern wie Seehunde oder Schweinswale auch Wat- und Wasservögel aus der Arktis. Rund zehn Millionen von ihnen rasten, mausern oder überwintern hier. Übrigens: Das Wattenmeer ist eine der wenigen Landschaften innerhalb Europas, die ihre Ursprünglichkeit weitgehend erhalten konnten.

Die Anerkennung als Weltnaturerbe ist – nach Gründung der dreistaatlichen Kooperation zum Schutz des Wattenmeeres (1978) und nach Ausweisung der deutschen Nationalparks (1985 bis 1990) – ein weiterer Gewinn für das Wattenmeer und ein Garant für die dauerhafte Bewahrung seiner Schönheit und Vielfalt. An allen drei Erfolgen war der WWF wesentlich beteiligt.

Elbe. © Georg Rast / WWF
Elbe. © Georg Rast / WWF

Mittlere Elbe, Juni 2009: Renaturierung bei Dessau und Vockerode – ökologischer Hochwasserschutz vom Feinsten

Es ist das bisher größte Einzelprojekt des WWF: Auf sieben Kilometer Länge soll bei Dessau ein neuer Deich gebaut werden – einige hundert Meter landseits des bereits bestehenden Bollwerks. Anschließend wird der alte Damm an einigen Stellen geschlitzt. Danach können die Hochwasser der Elbe die Auwälder des Lödderitzer Forstes auf 600 Hektar wieder ganz natürlich überfluten. So wird nicht nur mehr Lebensraum für Biber, Schwarzstorch und Heldbock geschaffen, sondern auch die Hochwassergefahr reduziert.

Für ein weiteres Projekt erhielt der WWF die Zusage von der Europäischen Kommission: Bei Vockerode sollen 212 Hektar Deich rückverlegt, weitere  Flächen für den Naturschutz angekauft und die natürliche Auwaldvegetation wieder hergestellt werden. Das Projekt dauert bis 2018 und setzt neue Maßstäbe für die Renaturierung großer Flussläufe in Mitteleuropa.

Amur-Tiger. © Pavel Fomenko / WWF
Amur-Tiger. © Pavel Fomenko / WWF

Amur-Region, Juni 2009: 500.000 Hektar einzigartiger Mischwald vor Holzeinschlag bewahrt

Endlich erhielten der WWF und sein Partner vor Ort, eine Kooperative der indigenen Volksstämme Udege und Nanai, die lang ersehnte Nutzungskonzession über rund 500.000 Hektar unberührten Urwald. Sie wurde aus Mitteln der Internationalen Klima-Initiative des Bundesumweltministeriums finanziert.

Durch den Erwerb der Konzession kann dieser einzigartige Mischwald im russischen Fernen Osten langfristig vor konventionellem Holzeinschlag bewahrt werden. Er ist die Heimat mächtiger Riesenseeadler, scheuer Moschustiere und der extrem gefährdeten Amur-Tiger.

Das Projekt wird darüber hinaus auch als waldbezogenes Klimaschutzprojekt entwickelt. Laut einer Machbarkeitsstudie hat das Projekt das Potenzial, ab 2011 über eine Million US-Dollar pro Jahr über den Verkauf von Kohlenstoffzertifikaten einzubringen – Geld, das für den Schutz des Tigers und seines Lebensraumes reinvestiert werden kann.

Donau. © Anton Vorauer / WWF-Canon
Donau. © Anton Vorauer / WWF-Canon

Ungarn/Kroatien, September 2009: Erster Schritt zu neuem Biosphärenpark an Donau, Drau und Mur

Nach jahrelanger Vorarbeit des WWF unterzeichneten die Premierminister Ungarns und Kroatiens eine Deklaration zur Schaffung eines gemeinsamen UNESCO-Biosphärenparks – 630.000 Hektar groß.

Das Auenschutzgebiet beginnt ca. 30 Kilometer hinter der steirischen Grenze an der Mur und erstreckt sich bis zum Zusammenfluss der Drau mit der Donau bei Osijek. Es umfasst ein Netzwerk aus 20 bereits existierenden Schutzgebieten in Ungarn und Kroatien und wird eine Kernzone von 240.000 Hektar beinhalten.

Sumatran-Nashorn. © Gerald S. Cubitt / WWF-Canon
Sumatran-Nashorn. © Gerald S. Cubitt / WWF-Canon

Sumatra, Oktober 2009: Geschützte Regenwaldfläche im Tesso Nilo-Nationalpark fast verdoppelt

Nach langem Ringen wird der Tesso Nilo-Nationalpark in der Provinz Riau durch ein Dekret des indonesischen Forstministers von 44.000 auf 83.000 Hektar erweitert. Damit werden die Wälder vor der Umwandlung in Holz- oder Ölpalmenplantagen bewahrt. Dieser Erfolg ist auch auf den unermüdlichen Kampf des WWF zurückzuführen, den er seit 1980 in Indonesien führt. In Tesso Nilo finden wir einen der letzten Tieflandregenwälder der Insel: ein Zufluchtsort für den Sumatra-Tiger und das Sumatra-Nashorn, das kleinste Nashorn der Erde.

Einer der vielen errichteten Dämme in Sebangau. © Tira Maya Maisesa / WWF Indonesien
Einer der vielen errichteten Dämme in Sebangau. © Tira Maya Maisesa / WWF Indonesien

Borneo, Januar bis Dezember 2009: Wald- und Klimaschutz zum Anfassen – 100 Dämme im Torfmoorwald

Die Torfmoorwälder von Sebangau im Süden Borneos speichern Kohlenstoff in gigantischem Ausmaße. Im Laufe des Jahres errichtete der WWF hier fast 100 Dämme, die Kanäle verschließen und den Torfmoorboden vor dem Austrocknen bewahren sollen. Erste Erfolge waren bereits in der diesjährigen Trockenzeit sichtbar, als wanderende Buschfeuer genau am Damm erloschen.

Auf lange Sicht werden durch dieses WWF-Projekt jedes Jahr ca. zwei Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden! Außerdem sichern wir so den Lebensraum der Orang-Utans, vermindern das Feuerrisiko und erhalten die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung.

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