
- Naturnahe Flussauen sind selten geworden: Oderauen in Polen. © Ralph Kampwirth / WWF
Wasser ist die treibende Kraft
Flüsse und ihre Auen sowie Seen und Moore gehören zu den artenreichsten Ökosystemen. Zugleich speichern, filtern und reinigen sie unser Trinkwasser. Darüber hinaus mildern oder verhindern Feuchtgebiete als natürliche Hochwasserbremse so manche Überschwemmungskatastrophe.
Deshalb engagiert sich der WWF global für die Bewahrung von Süßwasser-Feuchtgebieten. Ob im Donaudelta, am Mekong oder an der Elbe: In zahlreichen Projektgebieten werden Natur zerstörende Eingriffe verhindert, geschädigte Biotope wiederhergestellt, Schutzgebiete ausgewiesen und eine naturverträgliche Land- und Forstwirtschaft gefördert.
Durch Ankauf sichert der WWF allein oder mit Projektpartnern schutzwürdige und zugleich gefährdete Gebiete – wie in den norddeutschen Feuchtgebieten Schaalsee-Landschaft, Uckermark, Drömling oder Wümmewiesen. Dadurch konnten bereits fast 30.000 Hektar natürliche Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen sichergestellt werden.
Zwischen Wasser und Land
Feuchtgebiete sind Lebensräume, die eine Verbindung zwischen Land und Wasser darstellen. Der Grundwasserspiegel liegt dort nahe oder sogar oberhalb des Bodens, so dass sie zumindest zu bestimmten Zeiten im Jahr von Wasser bedeckt sind. Der Wechsel zwischen Überflutung und trockenen Phasen hat eine sehr spezialisierte Tier- und Pflanzenwelt hervorgebracht. Für wandernde Tierarten sind intakte Feuchtgebiete zudem notwendige Raststationen auf ihrem Zugweg. Deshalb gehören Lebensräume wie Seen und Moore, Feuchtwiesen und Feuchtwälder zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde.
Feuchtgebiete kommen in jeder Klimazone der Welt vor und variieren sowohl in Typ als auch Größe stark – vom kleinen Dorfteich über Moor- und Sumpfgebiete bis hin zu Flüssen und Mangrovenwäldern. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen gibt es weltweit mindestens 12,8 Millionen Quadratkilometer an Feuchtgebieten – jedoch mit sinkender Tendenz! Alleine im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurde ihre Fläche durch den Menschen um die Hälfte verringert. Die Auswirkungen auf die Süßwassertiere blieb nicht aus: wie bereits der WWF Living Planet Report von 2004 zeigte, ist auch die Zahl der untersuchten 323 im Süßwasser lebenden Wirbeltier-Arten zwischen 1970 und 2000 fast um die Hälfte gesunken
Zwischen 300 und 400 Millionen Menschen leben weltweit an und von diesen wertvollen Ökosystemen. Ein nachhaltiges Feuchtgebiets-Management und der Schutz besonders wertvoller Lebensräume sind deshalb wichtige Aspekte der WWF-Arbeit – denn dies dient sowohl dem Menschen als auch der Umwelt.
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Der Living Planet Report des WWF ist die größte Umweltstudie über den Zustand unseres Planeten. Er setzt Veränderungen der globalen Artenvielfalt (den „Living Planet Index") mit dem Ressourcenverbrauch der Menschheit (dem „ökologischen Fußabdruck") in Beziehung.

Living Planet Report 2008
