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Flüsse haben keine Grenzen

Die Rolle internationaler Flusskommissionen 

Binnenschiffahrt auf der Elbe. © WWF / Christian Kaiser
Binnenschiffahrt auf der Elbe. © WWF / Christian Kaiser

Flüsse halten sich an keine Staatsgrenzen. Deshalb sind Abkommen innerhalb der Anrainerstaaten nicht nur für die Nutzung von Flüssen zum Beispiel als Verkehrsweg wichtig, sondern auch für deren Schutz. Denn auch Hochwasser oder Verschmutzungen machen nicht vor Grenzen halt.

In Europa gibt es vier wichtige Kommissionen, in denen sich die Anrainerstaaten zum Schutz der großen Flüsse Rhein, Donau, Elbe und Oder zusammengefunden haben. Der WWF ist für diese Koordinierungsstellen anerkannter Partner in vielen fachlichen Fragestellungen.

Zweck dieser Kommissionen ist die Koordination aller Länder der Fluss-Einzugsgebiete zu Fragen der Wasserqualität und des Hochwasserschutzes. Die Kommissionen haben thematische Arbeitsgruppen und ein festes Sekretariat. Aktuell liegt der Hauptschwerpunkt des Engagements der europäischen Flusskommissionen in der koordinierten grenzüberschreitenden Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie.  

Rhein

Der Rhein war jahrzehntelang als „Kloake Europas“ verrufen. Angeregt von den Niederlanden, die besonders unter der Verschmutzung des Rheins zu leiden hatten, wurde 1950 die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) gegründet. Beteiligt an diesem Forum sind die Anrainerstaaten Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Niederlande und Schweiz, sowie seit 1976 auch die Europäische Gemeinschaft. Die IKSR war die erste Kommission, die sich mit dem Schutz eines europäischen Flusses beschäftigte. In diesem Gremium sollten gemeinsame Lösungen zu Fragen der Rheinsanierung und -verschmutzung gefunden werden.  

Die Ergebnisse der Kommission waren in den ersten Jahren eher dürftig. Die Dringlichkeit für ein aktiveres Handeln wurden jedoch spätestens 1986 für alle sichtbar: Bei einen schweren Chemieunfall des Schweizer Pharmaunternehmens Sandoz gelangten fast 30 Tonnen Chemikalien in den Fluss und töteten zwischen Basel und Koblenz zahllose Fische und Kleintiere. Als Reaktion darauf erarbeitete die IKSR das „Aktionsprogramm Rhein“, das eine Sanierung des Rheins bis 2000 anstrebte.  

Ein 1999 von der ISKR beschlossenes Abkommen zur nachhaltigen Entwicklung des Rheins, an dessen Zustandekommen auch der WWF und andere Naturschutzorganisationen beteiligt waren, weitete das Aktionsfeld der Kommission auf Fragen des Hochwasserschutzes und der Trinkwasserversorgung sowie den Aufbau eines ökologischen Netzwerkes aus. Die IKSR gilt nach der erfolgreichen Sanierung des Rheins als Modellbeispiel für andere Flusskommissionen.  

Donau

Der 1998 ins Leben gerufene Internationale Kommmission zum Schutz der Donau (IKSD) gehören derzeit 13 der 18 Länder an, die sich das Einzugsgebiet der Donau teilen, sowie die Europäische Union. Den rechtlichen Rahmen für die Zusammenarbeit bildet die „Danube River Protection Convention“, die 1994 in Sofia unterzeichnet wurde und vier Jahre später in Kraft trat. Die IKSD beschäftigt sich damit, eine für alle Mitgliedsstaaten akzeptable Lösung für ökologische Probleme der Donau, die Verringerung der Wasserverschmutzung sowie Fragen der Infrastruktur zu finden und mit den Plänen der EU, ein Transeuropäisches Transport-Netzwerk (TEN-T) aufzubauen, in Einklang zu bringen.  

Elbe

Im Oktober 1990 unterzeichneten Deutschland, Tschechien und die EU die „Vereinbahrung über die Internationale Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE)“. Hauptziele dieser Kommission sind die Wiederherstellung der Elbe als ein naturnahes Fluss-Ökosystem und eine drastische Verringerung des Beitrags des Elbe-Einzugsgebietes zur Belastung der Nordsee. Die IKSE hat drei Arbeitsgruppen, die sich mit der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, dem Hochwasserschutz sowie unfallbedingten Gewässerbelastungen beschäftigen.  

Oder

1996 unterzeichneten Deutschland, Polen, Tschechien und die EU den „Vertrag über die Internationale Kommission zum Schutz der Oder gegen Verunreinigung (IKSO)“, der im April 1999 in Kraft trat. Die IKSO soll die Erstellung eines internationalen Bewirtschaftungsplanes für das Oder-Einzugsgebiet in Übereinstimmung mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie koordinieren. Ziele der IKSO sind daneben eine Verringerung der Schadstoffbelastung von Oder und Ostsee, die Wiederherstellung naturnaher Lebensräume entlang des Flusses und der Hochwasserschutz.


Weitere Informationen

Flusskommissionen 

Internationale Flusskommission zum Schutz des Rheins (IKSR)

Internationale Flusskommission zum Schutz der Donau (IKSD)

Internationale Flusskommission zum Schutz der Elbe (IKSE)

Internationale Flusskommission zum Schutz der Oder (IKSO)

Die Mekong River Commission >>
 



Titel: Flusskommissionen

Link: http://www.wwf.de/themen/suesswasser/wasserpolitik/flusskommissionen/


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