
- © Adventus Panda / WWF Indonesien
Alle Jahre wieder …
… brennen die Wälder in Indonesien: Was können wir tun?
Die Waldbrände 2006 in Indonesien waren die schlimmsten seit der verheerenden Feuerkatastrophe von 1997/98. Besonders dramatisch war die Lage in Zentral-Kalimantan auf der Insel Borneo, wo Feuer auf etwa einer Million Hektar Landfläche wüteten.
Wie jedes Jahr ist der Mensch Verursacher der Brände. Auf Borneo roden zahlreiche Kleinbauern Teile des Waldes, um ihre Felder anzulegen und die Asche als Dünger zu nutzen.
Während diese Menschen traditionellen Wanderfeldbau praktizieren, um zu überleben, gibt es noch Profiteure ganz anderer Art: Firmen, die mit der Brandrodung schnelles Geld verdienen wollen, indem sie den Regenwald in monotone Plantagen mit Ölpalmen oder Akazien kahlschlagen. Dazu ist die Brandrodung die billigste Methode. Das ist kriminell, auch nach dem indonesischen Gesetz, denn diese Art der Brandrodung ist schon seit Jahren verboten.
Der Smog zieht bis nach Singapur

- © WWF Indonesien
Der WWF hatte auf Satellitenbildern festgestellt, dass immer mehr Feuer in ausgetrockneten Torfmoorwäldern auftreten. Diese wachsen auf einer mächtigen Torfschicht, die durchschnittlich drei Meter dick ist. Trocknen die Wälder während einer Dürreperiode aus oder werden sie entwässert, kann die Torfschicht Feuer fangen und monatelang vor sich hin schwelen. Der Torfbrand erzeugt dann den berüchtigten „Haze“, einen sehr gesundheitsschädlichen Smog, der bis in die Nachbarstaaten Singapur und Malaysia geweht wird.
Weil viele „trockenere“ Wälder in den Tieflagen Borneos und Sumatras bereits ausgeplündert sind, greifen die Plantagenfirmen jetzt in die Torfmoorwälder ein. Sie sind schwieriger zu erschließen, weil man sie künstlich durch Kanäle entwässern muss, bevor man darin arbeitet.
Aufheizer der Atmosphäre

- © Guenola Kahlert / WWF
Die indonesischen Torfmoorwälder sind einer der größten Kohlenstoffspeicher der Erde. Die Riesenbrände dieser Torfwälder verstärken den globalen Treibhauseffekt messbar. Wissenschaftler der Universität München fanden heraus, dass während der Brandkatastrophe 1997 und 1998 in Indonesien zehn- bis zwanzigmal so viel Kohlendioxid in die Atmosphäre stieg wie Deutschland in den letzten zehn Jahren im Rahmen der Klimapolitik mit Milliardenaufwand eingespart hat.
Absurd ist es, wenn aus den Brandrodungen Ölpalmenplantagen hervorgehen, die billiges Palmöl für angeblich klimafreundlichen „Biodiesel“ erzeugen, der vermehrt auch nach Deutschland exportiert wird.
Tiere sind die ersten Opfer
Wie viele Tiere direkt in den Bränden umkamen läßt sich nur schwer schätzen. Die Zahl der verbrannten oder verdursteten Orang-Utans geht sicher in die Hunderte.
Leider hat die Regierung Indonesiens und ihre dezentralen Verwaltungen die Lage in den entfernten Provinzen Kalimantans auf Borneo und Sumatras nicht im Griff. Gegen die Brandrodung, die durch Kleinbauern jedes Jahr praktiziert wird, läßt sich kurzfristig nichts ausrichten. Aber gegen brandstiftende Plantagenfirmen muss das Verbot der Brandrodung greifen. Im Jahr 2005 wurden beispielsweise nur 15 Firmen angeklagt. Bis jetzt ist noch keine Strafe erfolgt.
Die Forderungen des WWF

- © WWF Indonesien
- Plantagenfirmen, die trotz Verbots brandroden, müssen effektiver überwacht und bestraft werden;
- Indonesien muss das ASEAN-Abkommen zur Brand- und Rauchvermeidung (ASEAN Haze Treaty) ratifizieren;
- Torfmoorwälder müssen besser geschützt werden und dürfen nicht mehr in Plantagen und andere Nutzungen umgewandelt werden.
Der WWF setzt sich dafür ein, dass die Wälder im Inneren Borneos künftig besser geschützt werden. Das Regierungsabkommen der drei Borneo-Staaten Malaysia, Indonesien und Brunei zum Schutzprogramm „Heart of Borneo“ ist dabei sehr hilfreich. Auch auf Sumatra setzt sich der WWF dafür ein, die letzten Tieflandwälder in der Provinz Riau vor dem Zugriff der Plantagenkonzerne zu retten. Und auf West-Papua setzt sich der WWF dafür ein, dass die systematische Zerstörung gar nicht erst beginnt.
Sind die Regenwälder Indonesiens noch zu retten?
Die Regenwälder Indonesiens werden so schnell vernichtet wie in keinem anderen Land der Welt. Deshalb hat der WWF dort erneut seine Anstrengungen verstärkt, um das Schlimmste zu verhindern.
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