Jaguarland in Indiohand
FSC in Bolivien

- Jaguar im bolivianischen Regenwald. © Michel Gunther / WWF-Canon
Kein anderes Land in Südamerika hat eine so große FSC-Waldfläche wie Bolivien. Von dem Ökosiegel profitieren sowohl die Indios als auch der bedrohte Jaguar.
Die Gemeinden der TCO-Yuqui sind eine der ersten indigenen Stammesgemeinschaften, die ihren Wald nach den Richtlinien des Forest Stewardship Council (FSC) bewirtschaften.
Dass die anspruchsvolle Zertifizierarbeit in weniger als fünf Jahren erfolgreich abgeschlossen werden konnte, ist auch dem WWF zu verdanken. Gemeinsam mit lokalen Organisationen und den Indios hat die Umweltstiftung einen Managementplan für die Waldbewirtschaftung erarbeitet, die Schulung der einheimischen Fachkräfte sowie die Kosten der Zertifizierung übernommen.
Für die Bewohner der TCO-Yuqui ist der Schutz und Erhalt der Natur nur ein Grund, weshalb sie sich für FSC entschieden haben. "Es ging uns auch um die Absicherung unserer Landrechte. Die FSC-Zertifizierung schreibt eine exakte Vermessung des Waldes und die Markierung und Überwachung der Grenzen vor, erläutert Angel Javivi. Er ist Verwalter von "Yagua-Samu", auf deutsch "Jaguar". So haben die Indios ihre Unternehmung getauft.
Teilhaber an Yagua-Samu sind alle rund 200 Familien im Gebiet der TCO-Yuqui. Sie profitieren von der FSC-Bewirtschaftung. Dreimal im Jahr werden die erzielten Gewinne an die Gemeinschaft ausgeschüttet. Ein bestimmter Anteil wird in soziale Projekte investiert – etwa den Bau von Schulen oder Krankenstationen.
Derzeit tragen in Bolivien bereits eine Million Hektar Tropenwald das FSC-Siegel. Das Holz wird in Bolivien zum Großteil zu Parkett, Türen und Möbeln verarbeitet, die ausschließlich für den Export bestimmt sind.
Der Jaguar schätzt FSC
Einer der größten FSC-Verarbeiter Boliviens ist der Gartenmöbelhersteller IMR. Die Produkte der Firma aus Santa Cruz de la Sierra sind auch in Europa gefragt. IMR-Fabrikmanager Francisco Xavier Roda baut auf FSC: "Heute ist bereits die Hälfte unserer Waldflächen zertifiziert." Trotz der strengeren Auflagen: So darf nicht mehr entlang von Flussläufen und Seen geholzt werden und auch der Bau von Erschließungsstraßen ist beschränkt. Unterm Strich habe es sich dennoch gelohnt, so Roda, "dank der starken Nachfrage nach FSC-Möbeln aus Europa."
Der Manager freut sich nicht nur über den kommerziellen Erfolg. Eine von IMR in Auftrag gegebene Studie belegt, dass sich in den FSC-Gebieten mehr Tiere aufhalten als in normal genutzten Wäldern – fette Beute für den Jaguar. "Unsere Arbeiter scherzen bereits: Was machst du, wenn plötzlich ein Jaguar vor dir steht? Zeige ihm einfach das FSC-Zeichen, und er wird dir kein Haar krümmen."

