
- Buchenwald im Kellerwald. © Manfred Delpho / WWF
WWF-Waldschutzprojekte in Deutschland
Im Schutz der Wälder…
… gedeihen Pflanze, Tier und Mensch. Wälder sind nicht nur Lebensraum für bedrohte Pflanzen wie zum Beispiel die Waldorchideen oder gefährdete Tierarten wie Schwarzstorch und Seeadler. Von gesunden Wäldern profitiert auch der Mensch, denn sie produzieren gute Luft, sauberes Wasser und wirken ausgleichend auf das Klima.
Die Wälder in Deutschland unterliegen zum größten Teil einer wirtschaftlichen Nutzung und sind häufig überprägt von deren Folgen: Nicht standortheimische, aber schnell wachsende Baumarten wie Nadelhölzer oder Hybridpappelkulturen wurden gepflanzt, Feuchtwälder entwässert.
Der Schutz und die Entwicklung standortheimischer, ungenutzter Laubwälder ist ein Schwerpunkt der Großschutzprojekte des WWF in Deutschland. In den Projekten „Schaalsee-Landschaft“ und „Uckermärkische Seen“ steht die Entwicklung standorttypischer Buchenwälder im Vordergrund, in den Projekten „Drömling“ und „Mittlere Elbe“ die Entwicklung von feuchten Bruchwäldern beziehungsweise Fluss begleitenden Auwäldern.
Totholz lebt
Struktur- und totholzreiche alte Wälder sind ein idealer Lebensraum für eine Vielzahl von Moosen, Flechten, Pilzen und Kleinstlebewesen. Perfekt aufeinander abgestimmt greifen Prozesse von Verfall und neuem Leben ineinander und bilden die Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Lebewesen. So konnten im Projekt „Schaalsee-Landschaft“ in den dort vorhandenen Laubwäldern allein mehr als 500 verschiedene Totholz bewohnende Käferarten festgestellt werden.
Im WWF-eigenen „Damerower Wald“ in Brandenburg wurden acht verschiedene Fledermausarten nachgewiesen, davon sieben mit Wochenstuben (Baumhöhlen, in denen Weibchen in Gruppen die Jungen zur Welt bringen). Seeadler, Schwarzstorch und Hohltaube sind weitere prominente Bewohner heimischer alter Wälder.
Mut zur Wildnis …
… auch in Deutschland: Gemeinsam mit seinen Partnern in den Großschutzprojekten erwirbt der WWF große Waldflächen, die aus der Nutzung genommen werden und sich selbst überlassen bleiben – seit 1991 auf mehr als 7.400 Hektar. Gegebenenfalls werden vorher Biotopmaßnahmen durchgeführt, wie zum Beispiel die Entnahme standortfremder Nadelbäume oder die Wiederherstellung natürlicher Wasserstände zur Renaturierung von Feuchtwäldern durch das Verschließen von Entwässerungsgräben. Von dieser neuen Wildnis profitieren nicht nur Tierarten, die auf alte, totholzreiche Wälder angewiesen sind, von den Höhlenbrütern wie z.B. den Spechten bis hin zum Seeadler, sondern auch der Mensch, dem sich ein besonderes Naturerlebnis bietet.
Waldflächen ohne Nutzung in WWF-Großschutzprojekten (Stand 2009)
- Schaalsee-Landschaft: 2.300 Hektar
- Uckermärkische Seen: 2.700 Hektar
- Drömling: 380 Hektar
- Mittlere Elbe: 560 Hektar
- Stiftung Naturlandschaften Brandenburg: 1.500
- Gesamtfläche: rund 7.440 Hektar
Nutzung mit Augenmaß
Dort, wo eine Nutzung auch unter Naturschutzaspekten sinnvoll erscheint, setzt sich der WWF für die FSC-Zertifizierung dieser Nutzung ein. So zum Beispiel im Naturschutzgroßprojekt „Schaalsee-Landschaft“. Dort sind bereits 1.500 Hektar Waldflächen des Zweckverbandes „Schaalsee-Landschaft“ und der öffentlichen Hand FSC-zertifiziert.


