Regenwald verschwindet ...

... für Steaks und Faxpapier 

Hier wuchs mal Regenwald, jetzt wächst hier Fleisch: Ehemaliger Regenwald in Amazonien. © Nigel Dickinson / WWF-Canon
Hier wuchs mal Regenwald, jetzt wächst hier Fleisch: Ehemaliger Regenwald in Amazonien. © Nigel Dickinson / WWF-Canon

Mit der steigenden Zahl von Menschen auf unserem Planeten wächst der Bedarf an Land und Rohstoffen. Vor allem in den Tropen treiben Armut und soziale Ungerechtigkeit Millionen von Menschen auf der Suche nach Ackerland in die Waldgebiete. Unternehmen oder private Großgrundbesitzer profitieren aber oft noch weit mehr von den Wäldern. Aus Profitgier werden Wälder gerodet und in Plantagen umgewandelt. Das Resultat: Monokulturen aus Ölpalme, Sojabohne oder Eukalyptus. Ein wesentlicher Anreiz: Unser Konsum.

Palmöl – Ölspur im Regenwald

Meist unerkannt verbirgt sich Palmöl als "pflanzliches Fett" in einer Vielzahl von Produkten des täglichen Gebrauchs, wie zum Beispiel Waschmittel, Margarine oder Schokoriegel. Weltweit ist Deutschland größter Importeur für Palmkernöl, das aus dem Samen der Palmfrüchte gewonnen wird, und siebtgrößter Importeur von Rohpalmöl, das aus dem Fruchtfleisch stammt. Malaysia und Indonesien sind Spitzenreiter in der Produktion von Palmöl: Fast 90 Prozent des weltweit erzeugten Palmöls werden hier produziert.

Monotone Ölpalmenplantagen entstehen häufig dort, wo früher einzigartiger Regenwald wuchs. Allein in Indonesien sind 14 Millionen Hektar Wald potenziell durch Umwandlung bedroht. Die Anbaufläche wuchs von 2,8 Millionen Hektar 1998 auf 4,1 Millionen Hektar 2003. In der EU ist Deutschland der zweitgrößte Handelspartner für indonesisches Palmöl.

Soja: Urwald-Perlen für die Säue

Die wachsende Weltmarkt-Nachfrage nach Soja zerstört den brasilianischen Tropenwald. 16 Prozent der gesamten Waldfläche Amazoniens sind bereits zerstört und jeden Tag verschwinden weitere 7000 Hektar für Sojaanbau und Viehzucht. Brasilien baut auf über 18 Millionen Hektar (2003) Sojabohnen an. Dreiviertel des hier erzeugten Sojaschrots geht in die Länder der EU. Bis zum Jahr 2020 drohen weitere 22 Millionen Hektar ursprünglicher Savannen und Wälder neuen Soja-Plantagen zum Opfer zu fallen.

Soja wird als Futtermittel für Schweine und Rinder hoch geschätzt, so dass bereits 80 Prozent der weltweiten Sojaernte als Tierfutter dienen: Schnitzel und Steaks auf Kosten des Tropenwaldes!

Papier und Zellstoff – Raubbau auf der Überholspur

Vom gesamten jährlichen Holzverbrauch der indonesischen Papierindustrie in Höhe von 25 Millionen Kubikmetern kamen in den Jahren 1988 bis 1999 noch nicht einmal acht Prozent aus Plantagen, aber 92 Prozent aus den Regenwäldern.

Allein auf Sumatra fielen bisher mehr als 800.000 Hektar des tropischen Regenwaldes - die Hälfte der Fläche Thüringens – der Papier- und Zellstoffindustrie zum Opfer. Diese Fläche wurde im Wesentlichen für vier große Fabriken gerodet, die allein 60 Prozent der gesamten indonesischen Nachfrage nach Papierholz ausmachen.

Banken – Schädliche Finanzspritzen

Die starke Expansion der Papier- und Palmölindustrie zu Lasten der indonesischen Regenwälder war nur möglich, weil ausländische Banken viel Geld dafür zur Verfügung stellten. Als Gläubiger wären sie jedoch in der Lage, jedes von ihnen unterzeichnete Abkommen an strenge Umweltschutzbedingungen zu knüpfen.

Deshalb setzt sich der WWF dafür ein, dass auch deutsche Banken in Zukunft für den Regenwald schädliche Investitionen ausschließen. Der WWF fordert von den Banken klare Kriterien ein, die in Zukunft Investitionen in Natur zerstörende Projekte verhindern.