Boreale Wälder

 

Taiga. © Hartmut Jungius / WWF
Taiga. © Hartmut Jungius / WWF

Die borealen Wälder sind die vorherrschende Waldform auf der Nordhalbkugel und erstrecken sich zwischen dem 40. und dem 70. Breitengrad über Nordamerika, Europa und Asien. Die  boreale Zone beginnt dort, wo es länger als sechs Monate Winter ist und die Temperatur weniger als drei Monate im Jahr 10 Grad Celsius im Tagesmittel erreicht.

60 Prozent der borealen Wälder liegen in Russland, 30 Prozent in Kanada und zehn Prozent verteilen sich auf Alaska, die baltischen Staaten, Skandinavien und Island. Auf der Südhalbkugel gibt es kaum boreale Wälder. Lediglich im Süden Chiles wachsen einige kleine Bestände.

Sie wachsen, besonders im nördlichen Russland, zum Teil auf so genanntem Permafrostboden, der das ganze Jahr über gefroren ist und im Sommer nur oberflächlich auftaut. Nur wenige Baumarten schaffen es, auf diesen dann lang anhaltend nassen Böden zurechtzukommen – wie zum Beispiel Fichten, Kiefern, Lärchen und Birken.

Dort, wo eine mittlere Temperatur von zehn Grad Celsius nur noch an 30 Tagen im Jahr erreicht wird und der Winter acht Monate und länger dauert, schaffen es selbst diese genügsamen Bäume nicht mehr zu überleben. Hier fängt die baumlose Tundra an.

Im Süden geht der boreale Wald dort, wo nur etwa die Hälfte des Jahres winterliche Verhältnisse herrschen, in den Wald der gemäßigten Breiten über, wie er auch in Deutschland anzutreffen ist. In dieser Übergangszone sind vermehrt Laubbäume wie Eichen oder Espen anzutreffen.

Auch im Gebirge gemäßigter Breiten können boreale Wälder wachsen – in Mitteleuropa ab 1.000 Meter bis zur Baumgrenze.