Tropenwälder
Regenwälder, Nebelwälder, Trockenwälder

- Tropischer Regenwald in Ostkalimantan, Borneo. © Edward Parker / WWF-Canon
Tropenwälder bedecken noch große Teile der Erdoberfläche entlang des Äquators. Nirgendwo auf der Welt ist die Verdunstungskraft der Sonne größer. Sie entzieht dem Wald immense Feuchtigkeit und sättigt damit die Atmosphäre wie einen Schwamm. So entstehen wahre Wolkengebirge, aus denen das transpirierte Wasser wieder herniederfällt. Doch nicht alle noch verbliebenen knapp zehn Mllionen Quadratkilometer Tropenwälder sind ausgesprochene Regenwälder. Es gibt auch tropische Trockenwälder – und in den gemäßigten (temperierten) Breiten unserer Erde auch "kalte" Regenwälder.
Kennzeichen der Tropenwälder
• Die Temperatur ist das ganze Jahr über mehr oder weniger gleich, im Tieflandregenwald liegt sie zwischen 23 und 28 Grad Celsius im Tagesdurchschnitt. Zum Vergleich: Selbst in der heißesten Region Deutschlands, dem Oberrheingraben, steigen die mittleren Tagestemperaturen im Juli nicht höher als 20 Grad Celsius.
Es gibt auch keine Jahreszeiten entlang des Äquators – das ist die Linie, die unsere Erde in eine Nord- und Südhälfte teilt. Dort sind Tag und Nacht haargenau gleich lang.
• Je wärmer und feuchter es ist, desto üppiger gedeihen die tropischen Wälder. Charakteristisch ist ihr Aufbau: Immergrüne tropische Feuchtwälder wachsen in bis zu vier Baumstockwerken aus verschiedenen hohen Kronen bis in 60 Metern Höhe.
• Der Boden ist meist karg und besitzt kaum Humus.
• Die Tier- und Pflanzenwelt ist extrem artenreich. Zugleich sind die Individuen einer Art breit gestreut.
• Den Pflanzen fehlen weitgehend Speicherorgane wie Zwiebeln oder geschützte Knospen.
• Tropenwälder sind die produktivsten Ökosysteme der Erde. Sie besitzen mehr Blätter pro Flächeneinheit als andere Wälder.
1. Immergrüne tropische Feuchtwälder
Immergrüne Feuchtwälder wachsen vor allem um den Äquator zwischen 10 Grad nördlicher und 10 Grad südlicher Breite. Sie bilden das, was man sich landläufig unter dem eigentlichen „Regenwald“ vorstellt. Durchschnittlich fallen meist weit über 2.000, mitunter bis zu 10.000 Millimeter Regen mehr oder weniger über das ganze Jahr verteilt – das entspricht vier- bis 20mal so viel wie durchschnittlich in Deutschland. Selten gibt es Tage, an denen es nicht regnet. Sie besitzen im Allgemeinen die größte Artenvielfalt aller Wälder.
Die immergrünen Feuchtwälder werden nach ihrem Vorkommen in unterschiedlichen Höhen auch eingeteilt in
• Immergrüne Feuchtwälder der Tieflagen (0 bis 800 Meter),
• Montane Bergregenwälder oder „Wolkenwälder“ (800 bis 2.000 Meter) und
• Nebelwälder (2.100 Meter bis Baumgrenze).
Typische Baumarten: Shorea (aus denen Meranti-Holz gewonnen wird), Amerikanisches Mahagoni, Kapok, Durio, Kautschuk, Kakao.
2. Regengrüne tropische Feuchtwälder
Die Abgrenzung gegenüber den immergrünen Feuchtwäldern ist fließend. Meist liegen diese Wälder weiter entfernt vom Äquator – in geographischen Zonen mit einer ausgeprägten Trockenzeit von zwei bis fünf Monaten. In dieser Zeit werfen die meisten Bäume in der Oberschicht des Waldes ihr Laub ganz oder teilweise ab. Regengrüne Feuchtwälder werden auch als Monsun- oder Passatwälder bezeichnet. Sie wachsen im Tiefland wie in Gebirgsregionen
Typische Baumarten: Teak, Mango, Sal, Eukalyptus.
3. Regengrüne Trockenwälder
Noch weiter vom Äquator entfernt grenzen Trockenwälder ökologisch und geographisch einerseits an die verschiedenen Formationen regengrüner Feuchtwälder und gehen andererseits an den Trockengrenzen für Wald fließend in die baumärmeren Savannenlandschaften über. Trotzdem können hier bis zu 1.000 Millimeter Regen pro Jahr fallen. Trockenwälder sind während Perioden von fünf bis acht Trockenmonaten vollständig oder überwiegend laubfrei.
Vor allem Trockenwälder wurden in der Vergangenheit durch Übernutzung stark verändert oder gänzlich vernichtet. Ihr Verschwinden, besonders in Afrika, fordert umfangreiche Maßnahmen zur Wiederbewaldung, um das Ausbreiten von Wüsten zu verhindern. Die ausgedehntesten Trockenwaldgebiete befinden sich im südlichen Afrika sowie in Brasilien.
Typische Baumarten: Mopane, Affenbrotbaum.

