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Themenwochen gegen den Handel mit illegalem Holz, Teil I - Die Opfer der Holzmafia

25. April 2008

Tiger und Elefanten auf Sumatra verschwinden noch schneller als die von ihnen bewohnten Regenwälder. WWF fordert erneut Gesetz, das illegalen Holzhandel unter Strafe stellt.

 

Nirgendwo sonst schreitet die Regenwaldzerstörung so rasant voran wie auf der indonesischen Insel Sumatra. Doch damit nicht genug: Aktuellen Berechnungen zufolge verschwinden die letzten dort lebenden Sumatra-Elefanten und Tiger sogar noch schneller. Eine WWF-Studie belegt, dass allein in der Provinz Riau in den vergangenen 25 Jahren etwa 65 Prozent der Wälder vernichtet wurden. Im selben Zeitraum wurde die dortige Tigerpopulation um 70 Prozent auf 192 Tiere dezimiert, der Bestand der Sumatra-Elefanten ging sogar um 85 Prozent auf nur noch 210 Exemplare zurück.

 

Angesichts der dramatischen Situation für diese und viele andere vom Aussterben bedrohten Tierarten fordert der WWF erneut eine Gesetzgebung, die den anhaltenden Ausverkauf der Regenwälder in Deutschland und in der Europäischen Union verhindert. Da schätzungsweise mehr als 70 Prozent der Abholzungen in Indonesien gegen geltende Gesetze verstoßen, gilt es nach Ansicht der WWF-Tropenwaldexpertin Nina Griesshammer vor allem, den Handel mit diesem illegalen Holz umgehend unter Strafe zu stellen. „Bislang kräht in der ganzen Europäischen Union kein Hahn danach, wenn man mit geklautem Holz Geschäfte macht. Es gilt nach wie vor als Kavaliersdelikt, wenn man sich daran eine goldene Nase verdient und an der Zerstörung der Heimat von Elefanten und Tigern beteiligt“, empört sich die Umweltschützerin.

 

Für ein entsprechendes Urwaldgesetz kämpfen der WWF und andere Umweltverbände seit langem, doch bislang konnte dafür in den vergangenen drei Jahren keine Mehrheit im deutschen Bundestag erzielt werden. Auch für das derzeit diskutierte EU-Programm zur „Rechtsdurchsetzung, Politikgestaltung und Handel im Forstsektor“ (englisch: FLEGT), das Partnerschaftsabkommen zwischen Produzenten- und Käuferländern gegen den Handel mit der Hehlerware entwickelt, sieht Griesshammer nur geringe Chancen. An dem Programm werde seit 2003 gearbeitet, die Umsetzung lasse jedoch noch immer auf sich warten. Zudem werden viele der infrage kommenden Produkte gar nicht von der FLEGT-Lizenzregelung erfasst. Alle Hoffnung legt Nina Griesshammer nun in die im Mai anstehende Entscheidung der EU-Kommission, durch ein EU-Gesetz den Handel mit illegalen Hölzern endlich unter Strafe zu stellen und damit die Unternehmen in die Pflicht zu nehmen.

 

Um die Gesetzgebung noch rechtzeitig im Sinne von Tiger, Elefanten & Co. zu beeinflussen, wird der WWF zwischen dem 25. April und 7. Mai gezielt darauf aufmerksam machen, wie stark der deutsche und europäische Holzhandel in die Zerstörung der letzten großen Waldblöcke der Erde und damit unter anderem in den Handel mit geklauter Ware verstrickt ist. Während der Themenwochen wird der WWF die Rolle Deutschlands und der EU sowie die Handelswege des illegalen Holzes und der gängigsten Produkte in die hiesigen Einkaufsregale genauer unter die Lupe nehmen.

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