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Tigergebrüll in freier Wildnis

23. September 2010

WWF Jugend Tigerbotschafter Christoph (22), Franka (24), Johannes (18) und Julia (19) sind dem Amur-Tiger im russischen Fernen Osten auf der Spur.

 

Wladiwostok – Ein lautes, dumpfes Dröhnen hallt durch die abgeschiedenen Wälder im Bikin-Gebiet. Den Tigerbotschaftern der WWF Jugend stockt der Atem. Der 18-jährige Johannes Hetterich kann es kaum fassen: „Ein freilebender Amur-Tiger in unserer Hörweite!“ Schlagartig habe sich bei den jungen Naturschützern ein Gefühl der Spannung und Faszination breit gemacht, berichtet Johannes. Die vier Tigerbotschafter sind dem Amur-Tiger in der russischen Wildnis noch bis zum 26. September auf den Fersen.

 

In den ersten zehn Tagen ihrer Tigertour ist die Gruppe der gefährdeten Großkatze schon sehr nahe gekommen. Im matschigen Boden entdeckte sie einen nur wenige Stunden alten Tigerpfoten-Abdruck, an einem Baum bemerkte sie frische Kratzspuren und in einer Auffangstation für Wildtiere konnte sie einen echten Tiger beobachten. „Mir ist so richtig bewusst geworden, dass ich hier mitten durch den Lebensraum und das Revier dieser majestätischen Tiere laufe“, sagt WWF Jugend Tigerbotschafter Christoph Gayer. Nach ihrem Abenteuer im russischen Fernen Osten möchten die Vier ganz Deutschland für Tigerschutz begeistern.

 

Per Helikopter, transsibirischer Eisenbahn, Jeep und stundenlanger Wanderung haben die Tigerbotschafter den Lebensraum des Amur-Tigers bereits erkundet. Für Julia Schindler war aber die Kanufahrt auf dem Bikin-Fluss am aufregendsten: „Drei Stunden durch unbewohntes Gebiet zu fahren, bis man schließlich an einem Ort ankommt, von dem der nächste Supermarkt 140 Kilometer weit entfernt ist, ist einfach nur der absolute Wahnsinn und irgendwie auch ein wenig irreal.“

 

Am kommenden Sonntag wird in Wladiwostok mit einer bunten Demo-Parade der „Tiger-Day“ gefeiert. Dann wollen sich die vier Tigerbotschafter auf der Großdemonstration mit Kostümen und Plakaten für mehr Tigerschutz engagieren. „Für mich ist der Tiger ein Symbol für Kraft, Eleganz und Schönheit und es wäre absolut undenkbar, wenn wir diese faszinierenden Tiere nicht mehr in freier Wildbahn bewundern könnten“, so Christoph Gayer.

 

Hintergrund:

 

Nach dem Chinesischen Kalender ist 2010 das Jahr des Tigers. Der WWF Deutschland engagiert sich in diesem Jahr mit einer internationalen Kampagne verstärkt für den Schutz des Tigers. Im Herbst findet in St. Petersburg ein internationaler Tigergipfel statt, an dem Regierungsvertreter der 13 Länder teilnehmen, in denen heute noch Tiger verbreitet sind. Weltweit leben nur noch  etwa 3.200 Tiger in freier Wildbahn. Der WWF hat sich das Ziel gesetzt, den Tigerbestand bis zum nächsten Jahr des Tigers in 2022 zu verdoppeln.

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