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Stand: 05.06.2014

WWF-Night 2014: Kurz die Welt retten kann länger dauern

Tim Bendzkos Lied hatte das Motto geliefert: Nur noch kurz die Welt retten. Der Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller erklärte, wie das politisch gehen kann. Eine Paneldiskussion zeigte praktische Ansätze, wie Weltrettung funktioniert – und warum ein Ehemann die größte Umweltsauerei sein kann. Und am Ende gab es sogar ein Ständchen.

Gruppenbild auf der WWF-Night 2014 (v.l.n.r.: Antje von Dewitz, WWF-Panda, Lothar Frenz, Dirk Steffens, Eberhard Brandes) © Jakob Huber / WWF
Gruppenbild auf der WWF-Night 2014 (v.l.n.r.: Antje von Dewitz, WWF-Panda, Lothar Frenz, Dirk Steffens, Eberhard Brandes) © Jakob Huber / WWF

Wenn der WWF einlädt, dann kommen viele zur „inzwischen legendären WWF-Night“, wie es der Moderator des Abends, Dirk Steffens ausdrückte. Auch 2014 kamen unsere Partner und Freunde aus Politik, Medien, NGOs, Wirtschaft in die Kalkscheune nach Berlin – diesmal, um Gedanken darüber zu teilen, wie „mal eben die Welt retten“ praktisch funktionieren könnte.

Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller © Jakob Huber / WWF
Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller © Jakob Huber / WWF

Minister Dr. Gerd Müller legte nach einführenden Worten von WWF-Präsident Detlev Drenckhahn sein Redemanuskript beiseite. Heute noch die Welt retten, nun ja, es werde wohl noch ein wenig länger dauern. Politische Weltrettung müsse so vieles beinhalten: Ökologisches, Ökonomisches, Soziales. Den Klimawandel bekämpfen, den Hunger bekämpfen, den Flüchtlingen helfen. „Es geht um die Überlebensfragen der Menschheit“, sagt der Entwicklungsminister. „Sie vom WWF können die Menschen begeistern. Helfen Sie uns, geben sie uns Impulse in die Politik.“

Impulse zur Weltrettung, darum ging es auch in der folgenden Panel-Diskussion mit der Unternehmerin Antje von Dewitz, dem Biologen Lothar Frenz und WWF-Vorstand Eberhard Brandes. „Die Welt zu retten, das liegt an jedem einzelnen, jeden Tag“, sagte Brandes. Was das bedeutet, erklärte Antje von Dewitz aus der Praxis des Outdoor-Bekleidungherstellers Vaude. Das könne heißen: Zertifizierungen von Zulieferern überprüfen, Abfallkonzepte herstellen, recyclen, die Mitarbeiter zum Radfahren bringen und sogar den örtlichen Metzger grün umdrehen. „Und jeder Kunde kann helfen, wenn er beim Händler kritisch nachfragt“, sagte die Unternehmerin. „Das ändert wirklich etwas“. Und was ihre persönliche, größte Umweltsauerei sei? „Ihr Ehemann“, sagte von Dewitz unter großem Gelächter. Der fahre nämlich immer noch viel zu viel Auto.

Tim Bendzko mit seinem Hit „Nur noch kurz die Welt retten“ auf der WWF-Night © Jakob Huber / WWF
Tim Bendzko mit seinem Hit „Nur noch kurz die Welt retten“ auf der WWF-Night © Jakob Huber / WWF

Lothar Frenz, der zuletzt mit dem Buch über Artensterben „Lonesome George oder Das Verschwinden der Arten“ viele Menschen begeistert hat, plädierte für einen gesunden Egoismus bei der Weltrettung: „Der Welt ist es schließlich egal, ob wir sie retten möchten, das kann sie eigentlich selbst. Wir retten sie für uns.“

Schließlich kam danach noch ein ganz besonders gefeierter Überraschungsgast: Tim Bendzko selbst sang auf der Bühne „Nur noch kurz die Welt retten“. Darin heißt es: „Die Zeit läuft mir davon, zu warten wäre eine Schande, für die ganze Weltbevölkerung“ – es gab wohl niemand, der ihm widersprochen hätte.

Die Zeit läuft mir davon, zu warten wäre eine Schande, für die ganze Weltbevölkerung.

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