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Umweltverbände fordern Ende der Naturzerstörung an der Unterems

10. März 2011

Gemeinsame Pressemitteilung von BUND, NABU und WWF

 

Frankfurt - Anlässlich der Überführung des Kreuzfahrtschiffes „AIDAsol“ von Papenburg nach Emden weisen BUND, NABU und WWF auf die schweren ökologischen Folgen und den katastrophalen Zustand der Unterems hin. Durch Uferbefestigungen, Verschlickung und Absinken der Wasserstände sind flusstypische Lebensräume in großem Umfang verloren gegangen. Die mehrfachen Vertiefungen und Unterhaltungsbaggerungen für die Überführung der riesigen Kreuzfahrtschiffe haben die ökologischen Verhältnisse so sehr verschlechtert, dass zwischen Mai und Oktober kaum Fische in der Unterems leben können.  

 

„Die Ems muss dringend renaturiert werden“, sagt Beatrice Claus vom WWF Zentrum für Meere und Küsten in Hamburg. „Lange Zeit wurden ökologische Belange des Ökosystems Unterems einseitig zugunsten wirtschaftlicher Interessen vernachlässigt, dass muss sich endlich ändern.“  

 

Wenn die ökologischen Probleme an der Unterems nicht gelöst werden, sehen die Umweltverbände auch die Wirtschaftsinteressen der Region in Gefahr. „Die Aufrechterhaltung der genehmigten Fahrrinnentiefe wird durch die extreme Verschlickung immer schwieriger, und die Kosten für die Ausbaggerungen vor jeder Schiffsüberführung sind mit jährlich 20 bis 25 Millionen Euro aus Steuermitteln sehr hoch“, erläutert Vera Konermann, Ems-Expertin beim BUND. „Außerdem will niemand an einem toten Fluss leben oder dort Urlaub machen.“ 

 

Von einer naturverträglichen Lösung des Schlickproblems würden alle Akteure an der Ems profitieren. Maßnahmen, die nur zu einer Kostenreduzierung für die Unterhaltungsbaggerungen führen, das Ökosystem selbst aber weiter vom natürlichen Zustand entfernen, bedeuteten allerdings die Fortsetzung der bisherigen Praxis.  

 

„Es ist an der Zeit, dass die Landkreise Emsland und Leer, die Stadt Papenburg und auch die Meyer Werft die Unterems als europäisches Naturschutzgebiet anerkennen, die Klage gegen die FFH-Ausweisung fallen lassen und gemeinsam mit Verbänden und Anwohnern der Region ein Signal für den Willen zu einem respektvollen Umgang mit der Natur setzen, der dann letztendlich vom Land Niedersachsen umgesetzt werden muss“, forderte Elke Meier, Fachbereichsleiterin Naturschutz vom NABU.  

 

BUND, NABU und WWF haben im November gemeinsam mit der TU Berlin das Projekt „Lebendige Unterems“ gestartet. Dabei sollen Möglichkeiten der Renaturierung der Unteren Ems entwickelt und für die Öffentlichkeit visualisiert aufgearbeitet werden.

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