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Verhaltenskodex nur Papiertiger

28. Juni 2007

WWF: GD Holz verschleiert halbherzigen Umweltschutz mit Verhaltenskodex

 

Frankfurt -  Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) verabschiedete auf dem Holzhandelstag am 22. Juni in Berlin einen Verhaltenskodex, der Mitgliedern als Richtlinie für den Holzimport dienen soll. Doch dem Papier fehlen nach Ansicht des WWF die Inhalte. "Der Verhaltenskodex des GD Holz ist nur ein Papiertiger. Er verschleiert mit wagen Andeutungen, dass der Verband weder verbindliche Regeln gegen illegalen Einschlag will, noch sich ernsthaft für nachhaltige Waldwirtschaft einsetzt", sagt Johannes Zahnen, WWF-Experte für nachhaltige Holz- und Papierwirtschaft.  

 

Der Kodex empfiehlt etwa, dass die Mitgliedsfirmen ihre Lieferanten lediglich "motivieren" sollen, Legalitätsnachweise zu erlangen. Doch nur wenn Importeure und Händler von unabhängiger Stelle überprüfte Legalitätsnachweise von allen Zulieferern verbindlich einfordern würden, könnte nach Meinung des WWF ein entscheidender Impuls gesetzt werden, nur noch legal geschlagenes Holz in Deutschland zu verkaufen. Weiterhin sollen die Mitgliedsfirmen "zertifizierten Produkten den Vorzug geben", doch die meisten erhältlichen Zertifikate existieren nur auf dem Papier und werden nicht ausreichend überprüft. Würde der Verband tatsächlich gegen illegale Einschläge und Raubbau vorgehen wollen, hätte er im Kodex ein glaubwürdiges und in der Praxis erprobtes Zertifizierungssystem, wie das Forest Stewardship Council (FSC), verankern müssen. Das FSC-Siegel sichert beispielsweise durch ein umfassendes Kontrollsystem, dass nicht mit illegalem Holz gehandelt wird. Rund 6.000 Unternehmen in 74 Ländern arbeiten bereits aktiv an diesem System mit, das weltweit von Waldbesitzern, der Forstindustrie, aber auch von Umweltorganisationen, Gewerkschaften, sozialen Gruppen, indigenen Völkern und Wissenschaftlern unterstützt wird.

 

Gegen einen konkreten Kodex hatten sich bereits im März Mitglieder kritisch geäußert, da sie Sorge hatten, möglicherweise auf zweifelhafte aber lukrative Holzquellen verzichten zu müssen. Darüber hinaus verkündete der Geschäftsführer des GD Holz, Dr. Rudolf Luers, am 16. November 2006 in der ARD-Sendung Monitor, dass die erfolgreiche Lobbyarbeit zur Verhinderung des Urwaldschutzgesetzes gut für die Mitglieder des GD Holz sei – für die Umwelt selber jedoch kein so tolles Ergebnis wäre. Durch das öffentliche Vorgehen der GD Holz gegen das Schutzgesetz sieht der WWF den Ruf des gesamten deutschen Holzhandels beschädigt. Dieser Imageverlust setzt sich jetzt durch die Veröffentlichung eines inhaltsleeren Verhaltenskodex fort.  

 

"Die deutschen Holzimporteure und -händler müssen jetzt Eigenverantwortung zeigen und sich selbstständig für den Handel mit FSC-zertifiziertem Holz entscheiden. Nur so kann der gute Ruf des deutschen Holzhandels wieder hergestellt werden", fordert der WWF-Experte Johannes Zahnen.

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