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Vertiefung würde Elbe weiter zerstören

06. Oktober 2011

WWF: Elbvertiefung ist mit natürlicher Flussentwicklung nicht vereinbar

 

Der WWF fordert seit Jahren eine nachhaltige naturverträgliche Flussentwicklung für die Elbe:  

 

• Verringerung des Tidehubs und Verminderung des Schlickeintrags durch den Anschluss von Nebengewässern wie der Alten Süderelbe • Schaffung von Überflutungsflächen und wertvollen Lebensräumen durch die Wiederausdeichung von Flussmarschen • Schaffung von Flachwasserzonen zur Verbesserung der Sauerstoffsituation • Erhalt der natürlichen Dynamik in der Außenelbe im Übergang zum Nationalpark Wattenmeer  

 

„Die geplante Elbvertiefung würde die Situation des Flusses noch einmal deutlich verschlechtern“ sagt WWF-Vorstand Eberhard Brandes. Trotz vieler Gespräche mit den zuständigen Behörden treibe der Hamburger Senat das Planfeststellungsverfahren für die Elbvertiefung mit aller Macht weiter voran. „Wir mussten feststellen, dass die Behörden weder bereit waren von den Plänen zum Elbausbau abzuweichen, noch zusätzliche substanzielle Maßnahmen zu ergreifen, um den Auswirkungen der Baggerungen angemessen auszugleichen“, führt Naturschutzexperte Uwe Johannsen vom WWF-Zentrum für Meere und Küsten aus. Die Elbe vertrage keine weitere Verschlechterung der ökologischen Situation. Sie sei mit dem Sauerstoffloch, der Verschlickung wertvoller Uferlebensräume und dem Rückgang bedrohter Tier- und Pflanzenarten schon jetzt extrem belastet. Die geplante Elbvertiefung könne das System in Teilen zum Kippen bringen.  

 

Der WWF verweist außerdem darauf, dass der Bedarf für die geplante Ausbautiefe nicht nachgewiesen ist. Schon heute erreichen die meisten großen Containerschiffe den Hamburger Hafen problemlos. Die Wartezeiten für einige Megaliner, die Hamburg nur mit der Tidewelle erreichen können, rechtfertigen keine Naturzerstörung dieses Ausmaßes“, sagt Johannsen. Die Behörden hätten selbst nachgewiesen, dass eine geringere Tiefe ausreichend sei, nur wollten sie jetzt nichts mehr davon wissen und hielten an ihren überdimensionierten Plänen fest, so Johannsen. Er verweist auch auf Antwerpen, wo die Schelde weniger ausgebaggert wurde, als jetzt in Hamburg geplant und zusätzlich umfangreiche Naturschutzmaßnahmen umgesetzt wurden. „Dort hat man nach einem Gerichtsverfahren einen anderen Weg eingeschlagen und den Konsens mit den Naturschutzverbänden gesucht“, erläutert Johannsen. WWF Vorstand Brandes fordert ein Umdenken: „Wir können nicht länger gegen den Fluss arbeiten, wir müssen ihm jetzt mehr Raum und Luft zum Atmen geben“. Diese Erkenntnis setze sich auch bei den Behörden immer mehr durch, nur leider habe dies keinerlei Einfluss auf die Planungen zur Elbvertiefung. „Das ist aberwitzig“, sagt Brandes, „wir können der Elbe doch nicht erst den Todesstoß geben und dann versuchen, sie wiederzubeleben.“  

 

„Nun wird der WWF sämtliche Mittel ausschöpfen, um diese Planungen zu verhindern. „Gleichzeitig sind wir zu ernsthaften konstruktiven Gesprächen immer bereit“, erklärt WWF-Vorstand Brandes.  

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