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Vietnams letzte Nashörner sollen Straße weichen

26. Mai 2009

Straßenbau bedroht Lebensraum der letzten Einhörner Vietnams.

 

Die vietnamesische Unterart des vom Aussterben bedrohten Javanashorns gehört zu den seltensten Säugetiere der Welt. Die letzten acht Individuen sind nun durch den Bau von Straßen nahe dem bekannten Cat Tien Nationalpark im Süden Vietnams zusätzlich gefährdet. Die Straßen, deren Bau gerade begonnen hat, isolieren das letzte Rückzugsgebiet und stellen für die empfindsamen Tiere durch die Zunahme an Lärmbelästigung, Verkehr und leichteren Zugang für Wilderer eine massive Gefahr dar. Der WWF startet nun ein Projekt, um diese seltene Unterart für die Nachwelt vor dem Aussterben zu retten. „Sie sind die letzten in Vietnam und sie brauchen dauerhaften Schutz, sonst werden sie in den nächsten Jahren für immer von dieser Welt verschwinden“, warnt WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler.

 

Um der vietnamesischen Regierung unwiderrufliche Beweise zu liefern, dass die Tiere noch durch die betroffenen Regionen streifen und das Bauvorhaben gestoppt werden muss, startet der WWF im Oktober 2009, nach Ende der Regenzeit, ein umfangreiches Monitoring-Projekt. Mit Hilfe speziell trainierter Hunde und mit gut ausgebildeten Ranchern wird nach Spuren der Nashörner gesucht. Auch Kamerafallen sollen zum Einsatz kommen. Ziel ist es, festzustellen wie viel Annamiten-Nashörner noch in den südvietnamesischen Wäldern leben. Erst danach kann der WWF zusammen mit der vietnamesischen Regierung ein langfristiges Schutzprogramm ausarbeiten und umsetzen.

 

Annamiten-Nashörner sind eine Unterart des Java-Nashorns. Sie wirken massig und wehrhaft, doch in Wahrheit sind es ausgesprochen scheue Tiere, die auf Lärm und Störungen sehr empfindsam reagieren. Java-Nashörner sind die seltensten Großsäugetiere der Erde. Weltweit gibt es höchstens noch 70 Java-Nashörner. Vom Annamiten-Nashorn leben nur noch drei bis acht Individuen. Ihr letztes Rückzugsgebiet in Vietnam liegt zwar in einem Nationalpark, dennoch wird der Wald illegal abgeholzt und von Wegen, Feldern und Dörfern immer mehr zerschnitten. Der Zugang zu lebenswichtigen Salzleckstellen und Wasserlöchern wird zunehmend schwieriger. Auch die verbotene Jagd mit Schlingfallen ist eine große Gefahr. „Wenn nur ein einziges Tier stirbt bedeutet dies sehr wahrscheinlich das Aus für den gesamten Bestand“, befürchtet Stefan Ziegler. „Die Bedrohung erreicht durch den Bau der Straßen neue, dramatische Ausmaße.“

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