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Wattenmeerkonferenz im Bundestag

04. März 2010

WWF fordert Verbesserungen für Sicherheit der Schifffahrt und in der Umweltbildung

 

Hamburg -  Die bevorstehende Konferenz der Anrainerstaaten des Wattenmeeres am 17. und 18. März auf Sylt hat nicht nur Grund zum Feiern. Auch nach Anerkennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe durch die UNESCO sieht der WWF viele ungelöste Probleme.  Es drohe eine weitere Industrialisierung des Wattenmeeres durch Kohlekraftwerke, Ölförderung und übertriebenen Hafenausbau. Die Fischerei auf Muscheln und Krabben sei noch nicht naturverträglich. Das Risiko von großen Schiffsunfällen mit dem Austritt von Öl oder Chemikalien wachse. Und der durch den Klimawandel beschleunigt ansteigende Meeresspiegel bedrohe das Wattenmeer auf lange Sicht sogar in seiner Substanz. Der Bundestag müsse deshalb in seinem heutigen Beschluss wichtige Weichen für die Zukunft des Wattenmeeres stellen.    

 

„Wir müssen heute beginnen, die Anpassung des Wattenmeeres an den Klimawandel vorzubereiten“ sagte Hans-Ulrich Rösner, Projektleiter Wattenmeer beim WWF Deutschland. „Dazu brauchen wir Forschungsarbeiten und Pilotprojekte, die zeigen, wie der künftige Schutz der Menschen vor Sturmfluten mit dem Erhalt der einmaligen Wattenmeerlandschaft auch bei steigendem Meeresspiegel in Einklang gebracht werden kann.“  

 

Besonders kurz greifen die Konferenzvorbereitungen beim Thema Schiffssicherheit. Auch weiterhin soll das von der Internationalen Schifffahrtsorganisation im Jahr 2002 ausgewiesene „Besonders Empfindliche Meeresgebiet“ (PSSA) nur das Wattenmeer selbst umfassen -  ausgerechnet die Schifffahrtsrouten bleiben ausgenommen. „Die Schifffahrts- und Umweltministerien müssen endlich miteinander ins Gespräch kommen. Wir brauchen ein gemeinsames Konzept zur Vorbeugung gegen Schiffsunfälle, um die einmalige Wattenmeer-Natur, aber auch die Tourismuswirtschaft an der Nordsee vor den Folgen von Öl- und Chemikalienaustrittten schützen zu können“ fordert Rösner.  

 

Beim Thema Bildung drohen bei der Wattenmeerkonferenz sogar Rückschritte. Zwar haben die drei Wattenmeerstaaten in den letzten Jahren mit der „Internationalen Wattenmeerschule“ ein vorbildliches Programm entwickelt. Mit ihm wurden Klassenfahrten in das Wattenmeer der Nachbarländer unterstützt und zahlreiche Hilfestellungen für die Informations- und Bildungsarbeit im Wattenmeer entwickelt. Ein ganzes Netzwerk von Infozentren in Dänemark, Deutschland und den Niederlanden kann so erfolgreicher arbeiten. „Doch ausgerechnet kurz nach der Anerkennung als Weltnaturerbe, die doch eigentlich ein Mehr an Bildungsarbeit erfordert, droht nun die finanzielle Aushungerung,“ sagt Rösner. „Der WWF fordert von der Wattenmeerkonferenz eine Fortsetzung und Ausweitung der Aktivitäten der Internationalen Wattenmeerschule.“

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